Spracherkennung in der Medizin: Diktiersoftware für Arztpraxen, MVZ und Kliniken (inkl. Anbieter-Vergleich 2026 und Checklisten)

Software zur Spracherkennung
Anbieter-Vergleich

Medizinische Spracherkennung wandelt gesprochenes Wort direkt in geschriebenen Text um, kann diesen direkt strukturiert in Ihr Praxisverwaltungssystem (PVS) oder Krankenhausinformationssystem (KIS) einpflegen und verkürzt damit die Dokumentationszeit spürbar. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Systemkategorien, zeigt die relevanten Auswahlkriterien auf und stellt die führenden Anbieter für Arztpraxen und Kliniken im Vergleich vor.

Kurz und knapp

  • Klassische Diktiersoftware vs. KI-Gesprächsdokumentation: Klassische Diktiersoftware (Arzt diktiert, System schreibt) und KI-Gesprächsdokumentation (System zeichnet das Gespräch auf und dokumentiert automatisch) sorgen für eine enorme Zeitersparnis in der medizinischen Dokumentation.
  • Datenschutz: Die Spracherkennung in der Medizin muss DSGVO-konform betrieben werden. Cloud-Anbieter müssen Patientendaten auf EU-Servern verarbeiten; ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) ist Pflicht. Bei der KI-Gesprächsdokumentation ist zusätzlich eine schriftliche Patienteneinwilligung vor der Aufzeichnung erforderlich.
  • Vollständige Dokumentation schützt vor Rückforderungen: Lücken in der medizinischen Dokumentation können zu Rückforderungen durch Kostenträger führen. Spracherkennung hilft, Befunde, Diagnosen und Therapieschritte lückenlos zu erfassen und verbessert damit die Abrechnungsgrundlage.

Definition: Was ist medizinische Spracherkennung?

Medizinische Spracherkennung ist Software, die Ärzte bei der Dokumentation entlastet: Statt Befunde, Arztbriefe oder Anamnesen manuell einzutippen, spricht der Arzt die Inhalte einfach ein. Die Software wandelt das Gesprochene in Echtzeit in Text um und überträgt ihn direkt in das Praxisverwaltungssystem oder Krankenhausinformationssystem. Anders als allgemeine Diktiersoftware ist medizinische Spracherkennung auf klinisches Fachvokabular spezialisiert und versteht auch komplexe medizinische Terminologie zuverlässig.

Anwendungsfälle: Wie kann die Spracherkennung in der Medizin genutzt werden?

Medizinische Spracherkennung lässt sich in vielen Situationen des Praxisalltags einsetzen:

  • Arztbriefe und Entlassbriefe: Diktieren statt Tippen spart erheblich Zeit bei der Erstellung von Arztkorrespondenz.
  • Befundberichte: Untersuchungsergebnisse werden unmittelbar nach der Untersuchung per Sprache festgehalten.
  • Sprechstundendokumentation: KI-Gesprächsassistenten zeichnen das Arzt-Patienten-Gespräch auf und erstellen daraus automatisch eine strukturierte Dokumentation.
  • OP-Berichte: Auch komplexe Berichte lassen sich schneller abschließen, wenn der Arzt die Kernaussagen diktiert statt eintippt.
  • Telefonnotizen: Inhalte aus Patientenanrufen werden direkt nach dem Gespräch per Sprache im PVS festgehalten.
  • PVS-Navigation: Per Sprachbefehl können im PVS Patientenkarteien geöffnet, Felder gewechselt und Makros ausgelöst werden.
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Systemtypen im Überblick: Klassische Diktiersoftware vs. ganzheitliche KI-Gesprächsdokumentation

Bei der Spracherkennung in der Medizin gibt es zwei unterschiedliche Ansätze: Während der Arzt bei der klassischen Diktiersoftware gezielt diktiert, was niedergeschrieben werden soll, geht das sogenannte Ambient AI einen Schritt weiter. Hierbei handelt es sich um eine KI-Gesprächsdokumentation, bei der die Software schon während des Arzt-Patienten-Gespräches mithört und die Informationen gezielt im Praxisverwaltungssystem (PVS) oder Krankenhausinformationssystem (KIS) weiterverarbeitet.

Merkmal Klassische Diktiersoftware KI-Gesprächsdokumentation (Ambient AI)
Wie es funktioniert Der Arzt spricht strukturiert, die Software schreibt den Text in Echtzeit mit. Die Software zeichnet das gesamte Arzt-Patienten-Gespräch auf und erstellt daraus automatisch einen Dokumentationsentwurf.
Aktives Diktieren erforderlich Ja, der Arzt muss aktiv diktieren. Nein, die Dokumentation entsteht im Hintergrund.
Datenschutz / Patienteneinwilligung keine gesonderte Einwilligung der Patienten erforderlich schriftliche Einwilligung der Patienten vor der Aufzeichnung zwingend erforderlich
Besonders geeignet für
  • Befundberichte
  • Arztbriefe
  • strukturierte Diktiersituationen mit klarem Aufbau
  • Sprechstundendokumentation
  • Anamnese
  • allgemeine Gesprächsnotizen

Klassische Diktierlösungen: Sie sprechen, das System schreibt.

Klassische Diktiersoftware überträgt Ihr Diktat in Echtzeit als Text. Sie sprechen strukturiert; der Text erscheint direkt im Dokumentationssystem. Diese Lösungen sind seit Jahrzehnten im Einsatz und speziell dafür trainiert, das medizinische Fachvokabular zu verstehen und korrekt niederzuschreiben.
Viele klassische Diktierlösungen ermöglichen darüber hinaus die Navigation im PVS per Sprachbefehl. So können Sie Patientenkarteien öffnen, Felder ansteuern und Makros auslösen, ohne Tastatur oder Maus zu nutzen.

Diktierlösungen im Sekretariatsworkflow: Der Arzt diktiert, das Sekretariat finalisiert.

Klassische Diktierlösungen lassen sich zudem für einen Sekretariatsworkflow nutzen: Der Arzt diktiert per Diktiergerät oder Headset; die Audiodatei wird an das Sekretariat oder einen externen Schreibdienst übertragen, der die Transkription prüft und finalisiert. Das Modell eignet sich besonders für Einrichtungen mit Schreibbüro, die den manuellen Tipp-Aufwand reduzieren, aber weiterhin auf eine Qualitätskontrolle durch menschliche Mitarbeiter setzen möchten.

KI-Gesprächsdokumentation (Ambient AI): Das System hört mit.

Eine neue Kategorie von Lösungen zeichnet das gesamte Arzt-Patienten-Gespräch auf und erstellt daraus automatisch einen strukturierten Dokumentationsentwurf, inkl. Anamnese, Diagnose und Therapieplan. Beim sogenannten Ambient AI ist kein explizites Diktieren mehr notwendig; die Nachbereitung entfällt weitestgehend.

Auch eine Kombination mehrerer Systemtypen ist möglich.
Das klassische Diktieren und die KI-Gesprächsdokumentation schließen sich nicht aus. Viele Praxen nutzen klassische Diktierlösungen für Befundberichte und Arztbriefe, ergänzen sie aber durch KI-Gesprächsdokumentation für die Sprechstundendokumentation. Die jeweiligen Anbieter können Sie dazu beraten, ob eine Kombination technisch möglich ist.

Spracherkennung in der Medizin: Diktiersoftware für Arztpraxen, MVZ und Kliniken (inkl. Anbieter-Vergleich 2026 und Checklisten)
Software zur Spracherkennung

Welche Vorteile bringt die Spracherkennung in Arztpraxis, MVZ und Klinik?

Der Einsatz von Spracherkennungssoftware geht in der Praxis mit einem deutlichen Effizienzgewinn, Zeitersparnis, einer höheren Dokumentationsqualität und einer deutlichen Entlastung des Praxisteams einher.

  • Zeitersparnis: Nach einer Vergleichsstudie der Uniklinik Düsseldorf wurde die Dokumentationszeit mit der klassischen Diktierlösung Dragon Medical One bereits im Jahr 2016 um 26 % verkürzt, bei gleichzeitig 82 % längeren Berichten (356 Zeichen ohne Spracherkennung, 649 Zeichen mit Spracherkennung). Für den Bereich der KI-Gesprächsdokumentation liefert eine aktuelle Studie des US-amerikanischen Gesundheitsverbunds Sutter Health vergleichbare Belege: Nach der Einführung von Ambient AI sank die durchschnittliche Dokumentationszeit pro Termin von 6,2 auf 5,3 Minuten.
  • Mehr Zeit für Patienten: Weniger Dokumentationsaufwand bedeutet mehr Gesprächszeit und eine höhere Patientenzufriedenheit.
  • Schnelleres Schreiben von Arztbriefen: Fertige Arztbriefe und Befundberichte stehen noch vor dem nächsten Termin bereit, ohne dass abends nachgearbeitet werden muss.
  • Höhere Dokumentationsqualität: Spracherkennung erfasst Details, die beim manuellen Tippen unter Zeitdruck oft entfallen.
  • Entlastung: Laut einer Dragon-Medical-One-Kundenbefragung (n = 170, Dezember 2024) bestätigten zahlreiche Ärzte eine spürbar geringere Arbeitsbelastung nach der Einführung. Auch die o. g. Sutter Health Studie bestätigte, dass die Burnout-Rate der beteiligten Ärzte von 42,1 auf 35,1 Prozent zurückging.
  • Antwort auf den Fachkräftemangel: Spracherkennungssoftware kompensiert den Engpass, der durch den Fachkräftemangel entsteht, indem sie den Dokumentationsaufwand pro Arzt deutlich reduziert und den Bedarf an Schreibpersonal senkt.
  • Reduzierte Personalkosten: Durch den Effizienzgewinn lassen sich der Einsatz von Schreibpersonal und die damit einhergehenden Personalkosten reduzieren.
  • Mobiles Diktieren auf Visite und beim Hausbesuch: Viele klassische Diktierlösungen ermöglichen das Diktieren über eine Smartphone-App, unabhängig vom festen Arbeitsplatz. Ärzte können Befunde und Notizen direkt am Patientenbett oder unterwegs erfassen. Die Daten werden anschließend automatisch mit dem PVS oder KIS synchronisiert, ohne dass eine Doppelerfassung notwendig wird.
  • Skalierbarkeit: Cloud-Lösungen wachsen mit der Praxis oder Klinik, ohne zusätzliche Hardware.
  • Bessere Abrechnungsgrundlage: Eine vollständigere Dokumentation verbessert die Abrechnungsqualität. Lücken in der Dokumentation können hingegen zu Rückforderungen durch Kostenträger führen. Die Spracherkennung hilft, Befunde, Diagnosen und Therapieschritte lückenlos festzuhalten.

Spracherkennung zur Unterstützung der elektronischen Patientenakte (ePA)
Seit Januar 2025 wird die elektronische Patientenakte (ePA) schrittweise für alle gesetzlich Versicherten eingeführt. Damit rückt die digitale Dokumentation stärker in den Mittelpunkt als je zuvor: Befunde, Arztbriefe und Behandlungsdaten sollen künftig strukturiert und digital in der ePA verfügbar sein.

Medizinische Spracherkennungssoftware kann diesen Übergang erheblich erleichtern. Wer bereits heute mit einer integrierten Diktierlösung oder einem KI-Gesprächsassistenten arbeitet, erfasst die Dokumentation direkt im PVS oder KIS und legt damit die Grundlage für eine reibungslose Weitergabe dieser Daten an die ePA. Die Zeitersparnis durch die Spracherkennung und der Nutzen der ePA verstärken sich gegenseitig: Schnellere Dokumentation bedeutet mehr und vollständigere Einträge in der Patientenakte, was die Versorgungsqualität nachweislich verbessert.

Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Spracherkennungssoftware darauf, dass sie nahtlos in Ihr bestehendes PVS oder KIS integriert werden kann. Denn dies ist der zentrale Mittler zwischen Ihrer Dokumentation und der ePA.

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Anbieter für medizinische Spracherkennung im Vergleich

Die folgende Übersicht stellt die wichtigsten Anbieter inklusive ihrer Vor- und Nachteile gegenüber.

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Cloud (SaaS)

Jacobian – früher unter dem Namen Smart Reporting bekannt – ist eine KI-gestützte Lösung für medizinische Dokumentation und Befundung, die Arztbriefe, Befunde und klinische Notizen automatisiert erstellt und dabei strukturierte Templates, medizinisches Fachwissen sowie sprachbasierte Workflows kombiniert.

Zielgruppen:
Features
  • KI-gestützte Befundung und Dokumentation
  • Sprachbasierter Editor mit strukturierten Templates
  • Zugriff auf medizinisches Fachwissen und grafische Befundelemente
Konditionen
auf Anfrage
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Arzt-App:
keine iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
Patienten-App:
keine iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
  • Deutlich breiterer Ansatz als reine KI-Transkription
  • Strukturierte Templates und medizinisches Fachwissen direkt integriert
  • Besonders geeignet für komplexe Befundung und klinische Workflows
  • Fokus klar auf Dokumentation/Befundung
  • Öffentliche Angaben zu konkreten KIS-/PVS-Integrationen begrenzt
  • Preise und Vertragsmodelle nicht transparent veröffentlicht
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Details zu Jacobian
Cloud (SaaS)
Server in Deutschland

adiu Health ist eine KI-gestützte Dokumentationslösung für Ärzte und Psychotherapeuten, die Gespräche automatisch transkribiert, strukturiert zusammenfasst und daraus Dokumentationen, Arztbriefe oder Therapieberichte erstellt – mit Fokus auf DSGVO-konforme Verarbeitung in Deutschland.

Zielgruppen:
Features
  • KI-gestützte Gesprächs- und Sitzungsdokumentation
  • Automatische Zusammenfassungen und Berichte
  • DSGVO-konformes Hosting in Deutschland
Konditionen
auf Anfrage
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Arzt-App:
keine iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
Patienten-App:
keine iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
  • Fokus auf Entlastung bei zeitintensiver Dokumentation
  • Spezialisierung auf medizinische und psychotherapeutische Anwendungsfälle
  • Deutsches Hosting und Datenschutzfokus
  • Kein Patientenportal oder Kommunikationssystem
  • Keine öffentlich sichtbaren PVS-/KIS-Integrationen detailliert beschrieben
  • Öffentliche Angaben zu Zertifizierungen begrenzt
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Details zu Adiu Health

Doctos ist eine KI-gestützte Sprachdokumentation, die zahnärztliche Befunde und Leistungen live transkribiert und abrechnungsrelevante Positionen (GOZ/BEMA) automatisch erkennt.

Zielgruppen:
Features
  • Sprach-to-Doku in Echtzeit
  • Auto-Coding GOZ/BEMA
  • PVS-Übergabe (Zahnarzt-PVS)
Konditionen
auf Anfrage
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Arzt-App:
iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
Patienten-App:
keine iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
  • Spürbare Entlastung im Behandlungszimmer
  • Einheitliche, strukturierte Dokumentation
  • Weniger Nacharbeit bei Abrechnung
  • iPad-zentrierter Einsatz
  • Preise/Laufzeiten nicht öffentlich
  • Medizinische (nicht-dentale) Fachrichtungen derzeit nicht adressiert
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Details zu Doctos
Cloud (SaaS)
ISO 27001

VIA HealthTech ist eine browserbasierte KI-Lösung für Psychotherapeuten, die Sitzungsdokumentation und Berichtserstellung automatisiert und dabei EU-Datenverarbeitung sowie hohe Sicherheitsstandards wie BSI-C5 und ISO 27001 kommuniziert.

Zielgruppen:
Features
  • Automatisierte Sitzungsdokumentation
  • KI-gestützte Berichtserstellung
  • EU-Datenverarbeitung mit hohem Sicherheitsfokus
Konditionen
Monatliches Abonnement
119 €
pro Monat
Jährliches Abonnement
99 €
pro Monat
Weitere Lizenzen
(ab 2. Lizenz)
pro Monat
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Arzt-App:
keine iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
Patienten-App:
keine iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
  • Spezialisierung auf psychotherapeutische Dokumentation statt generischer KI-Doku
  • Hohe Sicherheits- und Datenschutzpositionierung mit C5- und ISO-27001-Verweis
  • Transparente Testmöglichkeit mit 14 Tagen vollem Zugriff
  • Nur eingeschränkt für Fachgruppen außerhalb der Psychotherapie passend
  • Kein öffentliche Angaben zu Schnittstellen in PVS/KIS
  • Kein Tool für Patientenkommunikation, Terminmanagement oder Videosprechstunde
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Details zu VIA HealthTech

MediSync ist eine KI-gestützte, browserbasierte Dokumentationslösung für Praxis, MVZ und Klinik, die Arzt-Patienten-Gespräche transkribiert, medizinisch strukturiert und daraus sofort verwertbare Dokumente wie Anamnese, Befund, Verlauf und Arztbrief erzeugt.

Zielgruppen:
Features
  • Live-Transkription und strukturierte Dokumentation
  • Arztbrief aus gesprochenem Wort, mehrsprachig (+25 Sprachen)
  • Cloud in Deutschland oder On-Premise nach IT-Vorgaben
Konditionen
auf Anfrage
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Arzt-App:
keine iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
Patienten-App:
keine iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
  • Starker Sicherheitsfokus (DE-Betrieb, Verschlüsselung, Zero-Knowledge-Prinzip)
  • Flexible Betriebsmodelle (Cloud oder On-Premise)
  • Einsetzbar in Praxis und Klinik mit gleichem Grundprinzip
  • Keine öffentlichen Preise/Vertragsmodelle
  • PVS/KIS-Schnittstellen und konkrete Integrationswege auf Website nicht detailliert beschrieben
  • Kein Patienten-Workflowtool, Fokus ist Dokumentation/Prozessentlastung
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Details zu MediSync
Cloud (SaaS)

MARIS Healthcare bietet mit MARIS Glass eine browserbasierte Telemedizin-/Fallkonferenz-Plattform (AR-Datenbrillen, Kamera-/Monitor-Integration, KI-gestützte Dokumentation) sowie ergänzende Lösungen für Arztbriefschreibung, Spracherkennung und Diktat.

Zielgruppen:
Features
  • Telekonsil & Fallkonferenz in Echtzeit
  • AR-Datenbrille, Kameras, Patientenmonitore
  • KI-Dokumentation & Web-Betrieb ohne Client
Konditionen
MARIS Glass
auf Anfrage
Spracherkennung
auf Anfrage
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Arzt-App:
keine iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
Patienten-App:
keine iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
  • 360°-Sicht auf den Patienten durch Mehrquellen-Einbindung
  • Skalierbar: Klinik- und Praxis-Szenarien, on-prem oder Private-Cloud
  • Portfolio über Video hinaus (Arztbrief, NLG, Speech) aus einer Hand
  • Kein klassisches Patientenportal mit Self-Service-Buchung
  • KBV-Zertifizierung als Videodienst nicht ausgewiesen
  • Preise/Laufzeiten online nicht transparent
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Details zu MARIS
Cloud (SaaS)
Server in EU
ISO 27001

Tandem ist eine browserbasierte KI-Lösung, die Arzt-Patienten-Gespräche mitschreibt und daraus strukturierte Notizen sowie Dokumente (z. B. Überweisungen, Arztbrief) erzeugt, mit 1-Klick-Übertragung ins PVS/KIS und EU-Hosting.

Zielgruppen:
Features
  • KI-Notizen in Echtzeit
  • Dokumente per 1-Klick (AU/Brief)
  • PVS/KIS-Übertragung (Web-Plugin)
Konditionen
Standard
125 €
pro Nutzer und Monat
Unternehmen
auf Anfrage
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Arzt-App:
keine iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
Patienten-App:
keine iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
  • Deutlich weniger Schreibarbeit im Sprechzimmer
  • Strukturierte, konsistente Dokumentation
  • Schneller Einstieg ohne lokale Installation
  • Kein Patienten-Messenger oder Videodienst
  • Ergebnisqualität abhängig von Raum-/Mikrofon-Setup
  • Tiefe PVS-Funktionen (z. B. Abrechnung) nicht Bestandteil
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Details zu Tandem

ClioAssist ist eine lokal (on-premises) betriebene KI-Plattform für Anamnese, mehrsprachige Patientenkommunikation und automatisierte Dokumentations-Zusammenfassungen; Patientendaten bleiben vollständig in der Einrichtung, es wird keine Cloud genutzt.

Zielgruppen:
Features
  • KI-Anamnese & strukturierte Zusammenfassung
  • Mehrsprachige Patientengespräche
  • On-prem ohne Cloud, Datenhoheit vor Ort
Konditionen
Standard (jährliche Zahlung)
99 €
pro Arzt und Monat
Einrichtungspaket
auf Anfrage
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Arzt-App:
keine iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
Patienten-App:
keine iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
  • Datenhoheit & Compliance durch reinen On-Prem-Betrieb
  • Mehrsprachigkeit senkt Kommunikationshürden in der Anamnese
  • Perspektive „klinische Intelligenz“ (neuro-symbolische Ansätze) für komplexe Fälle
  • Öffentliche Preis-/Laufzeitangaben fehlen (Demo auf Anfrage)
  • Kein ausgewiesener Videodienst/Screen-Sharing; KBV-Videolisten nicht anwendbar
  • Technische Details zu Schnittstellen/Apps online noch dünn
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Details zu ClioAssist
Cloud (SaaS)

Eudaria ist eine browserbasierte Sprechstunden-KI, die Arzt-Patienten-Gespräche transkribiert, strukturierte Befunde/Arztbriefe erzeugt und passende Abrechnungsziffern vorschlägt, mit PVS-Anbindung über GDT.

Zielgruppen:
Features
  • Echtzeit-Transkript & Befunderstellung
  • Ziffern-/ICD-Vorschläge
  • GDT-Integration ins PVS
Konditionen
Lizenz
169 €
pro Zugang und Monat
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Arzt-App:
iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
Patienten-App:
keine iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
  • Deutliche Zeitersparnis durch automatische Textbausteine/Briefe
  • Abrechnungsqualität durch Ziffern/ICD-Vorschläge
  • Niedrige Hürde: Integration ohne großen IT-Umbau (GDT)
  • Unternehmens-ISO (9001/27001) nicht öffentlich ausgewiesen
  • Konkrete Praxispreise/Laufzeiten auf der Herstellerseite nicht transparent
  • Keine Patientenkommunikation (kein Chat/Video/Screen-Sharing)
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Details zu Eudaria
Cloud (SaaS)
Server in Deutschland

neoscript.ai ist eine KI-Lösung für automatisierte Dokumentation in Praxen, Psychotherapie und Kliniken, mit deutschem Hosting, On-Premise-Optionen und sicherem KI-Chat über neogpt.

Zielgruppen:
Features
  • Automatisierte Gesprächs- und Sitzungsdokumentation
  • DSGVO-konformer KI-Chat mit neogpt
  • Lokaler Betrieb per neobox oder On-Premise möglich
Konditionen
neoscript
49 €
pro Monat
neogpt
22 €
pro Monat
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Arzt-App:
keine iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
Patienten-App:
keine iOS-App verfügbar
keine Android-App verfügbar
  • Sehr starker Datenschutzfokus ohne US-Cloud
  • Lokaler Betrieb für maximale Datenhoheit möglich
  • Transparente Preisstruktur
  • Kein Patientenportal, keine Termin- oder Rezeptprozesse
  • Keine direkte PVS-Schnittstelle ausgewiesen (nur Word-Export)
  • Keine ISO-9001-/ISO-27001-Zertifizierung öffentlich ausgewiesen
Betriebssystem:
macOS (Apple)
Windows (Microsoft)
Linux
Browserbasiert (jedes Betriebssystem)
Details zu neoscript.ai

Auswahlkriterien für medizinische Spracherkennungssoftware

Die folgenden Kriterien helfen Ihnen, die Auswahl strukturiert anzugehen und das Spracherkennungstool zu finden, das am besten zu Ihren Anforderungen passt.

Kriterien im Überblick

  • Systemtyp: klassische Diktierfunktion vs. Ambient AI
  • Technische Integration in Ihr PVS oder KIS (Schnittstellen)
  • Datenhaltung: Cloud, On-Premise, Hybrid oder vollständig offline
  • Fachspezifische Anforderungen
  • Datenschutz
  • Kosten
  • Erforderliche Hardware
  • Einrichtungsaufwand
  • Besondere Anforderungen beim Schreiben von Arztbriefen
  • Abrechnungsunterstützung durch ICD-10-Codes und Ziffernvorschläge
  • Förderfähigkeit (Kliniken)

Systemtyp: klassische Diktierfunktion vs. Ambient AI

Die Wahl zwischen klassischer Diktierlösung und KI-Gesprächsdokumentation hängt vom konkreten Anwendungszweck ab. Die klassische Diktierlösung eignet sich überall dort, wo Sie allein und strukturiert dokumentieren, z. B. beim Schreiben von

  • Arztbriefen,
  • Befundberichten,
  • OP-Berichten oder
  • Entlassbriefen.

Sie sprechen, das System schreibt. Das Ergebnis ist sofort verfügbar und erfordert meist nur minimale Nachbearbeitung. Die KI-Gesprächsdokumentation (Ambient AI) eignet sich überall dort, wo das Gespräch selbst im Mittelpunkt steht, z. B. bei

  • Anamnesen,
  • in der Sprechstunde und
  • in allgemeinen Patientengesprächen.

Das System zeichnet das Gespräch im Hintergrund auf und erstellt daraus automatisch eine strukturierte Dokumentation. Aktives Diktieren ist nicht erforderlich.
Auch eine Kombination beider Ansätze ist möglich.

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Ärztin

Technische Integration in Ihr PVS oder KIS (Schnittstellen)

Das wichtigste Kriterium ist die nahtlose Integration in Ihr bestehendes System. So unterstützt Dragon Medical One laut Herstellerangaben beispielsweise mehr als 200 klinische Anwendungen, Solventum Fluency Direct sogar mehr als 300 Systeme. Viele KI-Assistenten arbeiten zudem browserbasiert und sind damit theoretisch mit jedem Praxisverwaltungssystem kompatibel, das Textfelder besitzt. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob das Tool browserbasiert funktioniert oder ob es eine zertifizierte Schnittstelle (z. B. GDT, HL7, FHIR) zu Ihrem PVS-Anbieter gibt.

Datenhaltung: Cloud, On-Premise, Hybrid oder vollständig offline

Wie und wo die Software Ihre Sprachdaten verarbeitet, hat direkte Auswirkungen auf den Datenschutz und die Unabhängigkeit Ihrer Praxis oder Klinik vom Internet. Grundsätzlich gibt es vier Betriebsmodelle, die sich in diesen beiden Punkten deutlich unterscheiden:

  • Cloud: Patientendaten werden auf den Servern des Software-Anbieters verarbeitet. Das bedeutet, dass die Sprachaufnahmen über das Internet an die Server des Software-Anbieters geschickt, dort zu Text verarbeitet und anschließend zurück in Ihr System übertragen werden. Cloud-Lösungen sind sofort einsatzbereit, flexibel skalierbar und erhalten automatische Updates. EU-Serverstandort und DSGVO-Konformität müssen zwingend geprüft werden.
  • Auf eigenen Servern (On-Premise): Alle Daten verbleiben im eigenen Netzwerk der Praxis oder Klinik. Der Aufwand für Wartung und Updates liegt bei der eigenen IT-Abteilung.
  • Hybrid: Teile der Verarbeitung laufen lokal, rechenintensive Erkennungsmodelle werden über die Cloud ausgeführt.
  • Vollständig offline: Voice Pro Dictate (Linguatec) läuft ausschließlich auf dem lokalen Windows-Rechner und benötigt weder Cloud noch Internetverbindung. Als einzige Lösung in diesem Segment ist sie nicht als Abonnement, sondern als Einmalkauf erhältlich.
Cloud On-Premise Hybrid Vollständig offline
Vorteile
  • sofort einsatzbereit
  • automatische Updates
  • keine eigene Infrastruktur erforderlich
  • maximale Datenkontrolle
  • keine Internetverbindung erforderlich
  • Kombination aus lokaler Verarbeitung und Cloud
  • Offline-Modus möglich
  • keinerlei Datenübertragung
  • einmaliger Kaufpreis
Nachteile
  • Daten verlassen das Haus (EU-Server und AVV erforderlich)
  • Abhängigkeit von Internetverbindung
  • hoher Wartungsaufwand
  • eigene IT-Infrastruktur nötig
  • komplexere Architektur
  • Abhängigkeit von zwei Systemen
  • keine automatischen Modell-Updates

Fachspezifisches Vokabular

Allgemeine Spracherkennungssoftware ist für die Medizin in der Regel nicht geeignet. Schließlich kann eine Diktierfunktion im medizinischen Umfeld nur dann effizient genutzt werden, wenn auch das medizinische Fachvokabular verstanden und korrekt geschrieben wird. Prüfen Sie daher im Vorfeld, ob die jeweilige Software Ihr Fachgebiet ausdrücklich abdeckt. So bietet die Software Dragon Medical One beispielsweise deutschsprachige Fachvokabulare für 14 Fachrichtungen, darunter Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie und Radiologie. Für seltenere Fachrichtungen können Sie beim Anbieter konkret nachfragen, ob das Vokabular individualisierbar ist und von Ihnen entsprechend erweitert werden kann.

Tipp: Prüfen Sie die Akzent-Unterstützung.
Viele Ärzte in Deutschland sprechen Deutsch mit einem nicht-muttersprachlichen Akzent oder mit einem nicht-hochdeutschen Dialekt. Nicht alle Spracherkennungssysteme kommen damit gleichermaßen gut zurecht. Fragen Sie beim Anbieter konkret nach, wie das System mit Akzenten und Dialekten umgeht, und testen Sie dies in der Testphase gezielt mit Ihren eigenen Formulierungen. Anbieter wie DFC-SYSTEMS (indicda) weisen die Akzenterkennung explizit als Stärke ihrer Lösung aus.

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Christoph Lay
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DSGVO und Datenschutz

Patientendaten sind besonders sensible Daten im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und müssen dementsprechend besonders gründlich geschützt werden. Achten Sie bei der Auswahl Ihrer medizinischen Spracherkennungssoftware daher auf folgende Punkte:

  • Serverstandort: Daten dürfen nur auf zertifizierten Servern innerhalb der EU verarbeitet werden.
  • Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV): Ärzte müssen mit dem Anbieter einen sog. Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) abschließen. Dieser wird in der Regel von dem Softwareanbieter zur Verfügung gestellt.
  • BSI C5-Typ2-Testat (Pflicht seit 01.07.2025): Der § 393 SGB V schreibt seit dem 1. Juli 2024 vor, dass Cloud-Anbieter im Gesundheitswesen ein C5-Testat des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vorweisen müssen. Seit dem 1. Juli 2025 ist das strengere Typ-2-Testat Pflicht, das auch die Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahmen über einen Beobachtungszeitraum von meist 6 bis 12 Monaten prüft.
  • ISO-27001-Zertifizierung: Für Anbieter, die kein BSI C5-Testat vorweisen, ist die ISO-27001-Zertifizierung das international anerkannte Äquivalent für Informationssicherheitsmanagement. Sie ist besonders bei internationalen Anbietern relevant und ein Mindestindiz dafür, dass der Anbieter Datensicherheit systematisch umsetzt. Achten Sie darauf, dass mindestens eines der beiden Zertifikate vorliegt.
  • EU AI Act (ab 2. August 2026): Mit dem EU AI Act gilt ab dem 2. August 2026 das erste umfassende KI-Gesetz der Europäischen Union vollständig. KI-gestützte Spracherkennungssysteme, die das Arzt-Patienten-Gespräch aufzeichnen und auswerten, können als Hochrisiko-KI nach Anhang III der Verordnung eingestuft werden. Für Betreiber bedeutet das konkret: Sie müssen sicherstellen, dass eine verantwortliche Person für die menschliche Aufsicht über das System benannt ist, dass Patienten informiert werden, wenn KI im Einsatz ist, und dass das System protokolliert, was es verarbeitet. Fragen Sie daher beim Anbieter Ihrer favorisierten Spracherkennungssoftware konkret nach, ob seine Lösung die Anforderungen des EU AI Acts erfüllt und ob eine Konformitätsbewertung vorliegt.
  • Einwilligung der Patienten: Bei KI-Gesprächsdokumentation (Ambient AI) ist eine ausdrückliche, informierte Einwilligung vor der Gesprächsaufzeichnung erforderlich. Formulare und Prozesse dafür sollten mit dem Anbieter abgestimmt werden.

Hinweis: Datenschutz bei KI-Gesprächsdokumentation
Bei der KI-Gesprächsdokumentation, bei der das gesamte Arzt-Patienten-Gespräch aufgezeichnet wird, gelten besonders hohe Datenschutzanforderungen. Klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten, ob und unter welchen Bedingungen der Einsatz in Ihrer Einrichtung zulässig ist. Die Einwilligung des Patienten muss vor Beginn der Aufzeichnung vorliegen und dokumentiert sein.

Kosten und Lizenzmodell

Bei der Auswahl einer medizinischen Spracherkennungssoftware lohnt es sich, frühzeitig einen Blick auf das Lizenzmodell zu werfen. Denn die Anbieter unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern auch in der Art, wie sie abrechnen:

  • Abonnement mit transparentem Listenpreis: Die wenigen Anbieter mit öffentlich einsehbaren Preisen ermöglichen eine direkte Planung ohne Verkaufsgespräch.
  • Abonnement auf Anfrage: Die meisten Anbieter arbeiten mit individuellen Angeboten. Die Preise hängen von Nutzerzahl, Laufzeit und Integrationsaufwand ab.
  • Einmalkauf ohne Folgekosten: Voice Pro Dictate (Linguatec) ist die einzige Lösung in diesem Segment, die nicht als Abonnement, sondern als einmalige Lizenz erhältlich ist.
  • Nutzungsbasierte Modelle: Manche Anbieter berechnen die Kosten nach dem tatsächlichen Verbrauch, etwa nach Audiominuten oder verarbeiteten Tokens. Corti bietet beispielsweise ein solches Modell an, bei dem die Abrechnung nach der Menge der tatsächlich verarbeiteten Sprachdaten erfolgt. Das kann für Einrichtungen mit stark schwankendem Dokumentationsaufkommen wirtschaftlich interessant sein, erfordert aber eine sorgfältige Kalkulation, um unerwartete Kosten zu vermeiden.
  • Im PVS-Abo enthalten: tomedo-Nutzer erhalten die integrierte Spracherkennungsfunktion ohne zusätzliche Lizenzkosten.
  • Zusatzkosten einplanen: Unabhängig vom gewählten Anbieter fallen häufig Zusatzkosten für Implementierung, Schulung und Hardware (Diktiergeräte, Headsets) an, die meist separat angeboten werden.

Diktiergeräte und Hardware

Moderne medizinische Spracherkennungssysteme erreichen laut eigenen Angaben Erkennungsgenauigkeiten von bis zu 99 Prozent. Diese kann jedoch in Mehrsprechersituationen oder bei starken Hintergrundgeräuschen sinken. Eine gute Aufnahmequalität durch professionelle Diktiergeräte und Hardware ist daher unabdingbar.

Bei klassischen Diktierlösungen spricht der Arzt direkt in ein Mikrofon oder Diktiergerät. Da der Abstand zwischen Mund und Mikrofon gering ist und keine anderen Stimmen aufgezeichnet werden müssen, sind die technischen Anforderungen überschaubar. Die Spanne reicht von einfachen, kabelgebundenden Headsets bis zu professionellen Diktiermikrofonen für den medizinischen Einsatz inkl. Geräuschunterdrückung und antimikrobieller Oberfläche.

Bei KI-Gesprächsdokumentation (Ambient AI) sind die Anforderungen deutlich anspruchsvoller: Das Mikrofon muss gleichzeitig mehrere Sprecher erfassen, Arzt- und Patientenstimme voneinander trennen und Hintergrundgeräusche zuverlässig herausfiltern. Hierzu gibt es Raummikrofone, die speziell für Mehrsprechersituationen ausgelegt sind. Einige Anbieter vertreiben eigene kompatible Hardware oder empfehlen zertifizierte Geräte. Fragen Sie beim Anbieter konkret nach, welches Mikrofon für Ihren Anwendungszweck geeignet ist.

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4 Schritte

Sprachtraining und Einrichtungsaufwand

Ältere Diktierlösungen erforderten ein aufwendiges Eintraining, bei dem das Tool darauf trainiert wurde, die individuelle Stimme des Nutzers zu verstehen. Moderne Cloud-Lösungen, wie Dragon Medical One oder Solventum Fluency Direct, kommen mittlerweile ohne dieses initiale Sprachtraining aus und sind sofort einsatzbereit. Dennoch: Je nach Systemkomplexität und Anzahl der Nutzer sollten Sie Schulungszeit und Implementierungsaufwand einplanen.

Tipp: Nutzen Sie die Testphase sinnvoll.
Fast alle Anbieter ermöglichen eine kostenlose Testphase von 14 bis 30 Tagen. Damit Sie in dieser Zeit eine fundierte Entscheidung treffen können, empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  • Mit dem eigenen PVS testen: Prüfen Sie von Anfang an, ob die Integration in Ihr bestehendes System reibungslos funktioniert.
  • Typische Fachbegriffe sprechen: Testen Sie das System mit den Begriffen, die Sie täglich verwenden, nicht nur mit allgemeinem Vokabular.
  • Dialekt und Akzent prüfen: Sprechen Sie so, wie Sie es im Alltag tun. Ein System, das nur unter optimalen Bedingungen funktioniert, taugt für den Praxisbetrieb wenig.
  • Sekretariat einbeziehen: Wenn Sie einen Sekretariatsworkflow planen, testen Sie diesen von Beginn an mit dem Schreibpersonal.

Besondere Anforderungen an die Spracherkennung für die Arztbriefschreibung

Arztbriefe gehören zu den zeitintensivsten Dokumentationsaufgaben, besonders in Kliniken. Laut einem Referenzbericht von DFC Systems berichtete das Zuger Kantonsspital nach der Einführung von Spracherkennung von bis zu 25 % mehr abgearbeiteten Berichten pro Zeiteinheit, weil durch die automatische Transkription bereits ein fertiges Dokument vorlag, das nur noch geprüft werden musste.

Für die Arztbriefschreibung sind folgende Punkte besonders relevant:

  • Textbausteine: Alle führenden Diktierlösungen unterstützen modulare Textbausteine für wiederkehrende Formulierungen in Diagnose, Therapie und Empfehlung. Das reduziert Tippaufwand und sichert konsistente Formulierungen.
  • Integration in das Dokumentationssystem: Der Arztbrief sollte idealerweise direkt in Ihrem Praxisverwaltungs- oder Krankenhausinformationssystem entstehen, ohne dass Sie zwischen verschiedenen Programmen wechseln müssen. Prüfen Sie, ob der Anbieter eine zertifizierte Schnittstelle zu Ihrem System bietet.
  • Sekretariatsworkflow: In Kliniken mit Schreibdienst ist ein zweistufiger Prozess sinnvoll: Der Arzt diktiert per Diktiergerät; das Sekretariat transkribiert und formatiert. Die Spracherkennung unterstützt beide Schritte.
  • Fertigstellung bei Entlassung: Bestenfalls liegt der Entlassbrief bereits beim Verlassen der Klinik vor und kann dem Patienten mitgegeben werden. Die Spracherkennung macht dieses Ziel realisierbar.

Abrechnungsunterstützung: ICD-10-Codes und Ziffernvorschläge

Einige KI-gestützte Spracherkennungstools schlagen auf Basis der dokumentierten Gesprächsinhalte automatisch passende ICD-10-Diagnosecodes sowie Abrechnungsziffern nach EBM oder GOÄ vor. Ob diese Funktion für Sie relevant ist, hängt von Ihrer Einrichtungsform ab: In Kliniken übernimmt die Kodierung häufig ein eigenes Dokumentationsteam. In Einzelpraxen und MVZ kann die automatische Ziffernunterstützung die Abrechnungsqualität spürbar verbessern.

Worauf Sie achten sollten:

  • ICD-10-GM: Unterstützt das Tool die für Deutschland gültige Version?
  • GKV und PKV: Werden EBM-Ziffern, GOÄ-Ziffern oder beide vorgeschlagen?
  • Prüfmöglichkeit: Können Ziffernvorschläge vor der Übernahme geprüft und angepasst werden?
  • Aktualität: Wird die Ziffernlogik regelmäßig aktualisiert, um Änderungen im EBM und die laufende GOÄ-Reform abzubilden?
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Arzt

Förderfähigkeit (Kliniken)

Kliniken können die Einführung einer medizinischen Spracherkennungslösung über das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) fördern lassen. Das KHZG stellt bundesweit 4,3 Milliarden Euro für die Digitalisierung von Krankenhäusern bereit. Für Spracherkennungslösungen sind zwei Fördertatbestände besonders relevant:

  • Fördertatbestand 3 (§ 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 KHSFV): Digitale Pflege- und Behandlungsdokumentation sowie Systeme zur automatisierten und sprachbasierten Dokumentation. Spracherkennungslösungen fallen explizit unter diesen Tatbestand.
  • Fördertatbestand 4 (§ 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 KHSFV): Klinische Entscheidungsunterstützungssysteme. KI-gestützte Lösungen, die über die reine Transkription hinaus Diagnose- oder Therapievorschläge unterbreiten, können zusätzlich unter diesen Tatbestand fallen.
    Nicht jede Spracherkennungslösung ist automatisch KHZG-förderfähig. Fragen Sie beim Anbieter konkret nach, ob seine Lösung die Anforderungen des Fördertatbestands 3 erfüllt und ob er als autorisierter Umsetzungspartner gemäß KHSFV anerkannt ist. Anbieter wie indicda / smartSPEECH (DFC-SYSTEMS) weisen die KHZG-Förderfähigkeit explizit aus.

Checkliste 1: So finden Sie die richtige Spracherkennungssoftware!

  • Systemtyp festlegen: Entscheiden Sie, ob Sie eine klassische Diktierlösung für Arztbriefe und Befundberichte oder eine KI-Gesprächsdokumentation für die automatische Sprechstundendokumentation benötigen.
  • Sekretariatsworkflow klären: Soll das Sekretariat Diktate abnehmen und finalisieren? Dann benötigen Sie eine Lösung mit Diktatmanagement und Workflow-Funktion.
  • PVS- oder KIS-Schnittstelle prüfen: Stellen Sie sicher, dass der Anbieter eine zertifizierte Integration in Ihr bestehendes System anbietet.
  • Datenhaltung wählen: Klären Sie, ob Cloud, On-Premise, Hybrid oder eine vollständig offline nutzbare Lösung für Ihre Einrichtung am besten geeignet ist.
  • Fachvokabular und Dialekterkennung testen: Prüfen Sie, ob Ihr Fachgebiet abgedeckt ist, und testen Sie das System mit Ihren eigenen Fachbegriffen, Ihrem Dialekt und Ihrem natürlichen Sprechtempo.
  • Datenschutz sicherstellen: Verarbeitet der Anbieter Patientendaten ausschließlich auf EU-Servern? Weist er ein BSI C5-Typ-2-Testat oder eine ISO-27001-Zertifizierung vor? Stellt er einen AVV bereit?
  • Hardware klären: Welches Mikrofon, Headset oder Diktiergerät ist für Ihren Systemtyp und Ihre Raumsituation geeignet? Prüfen Sie auch, ob die Lösung auf Mac, Windows oder mobilen Geräten läuft.
  • Gesamtkosten kalkulieren: Vergleichen Sie Abonnement, Einmalkauf und nutzungsbasierte Modelle und berechnen Sie neben der Lizenz auch die finalen Kosten für Hardware, Implementierung und Schulung.
  • Sprachtraining prüfen: Ist ein initiales Eintraining erforderlich, oder ist die Lösung sofort einsatzbereit?
  • Testphase nutzen: Testen Sie die Lösung mit Ihrem eigenen PVS, Ihren eigenen Fachbegriffen und, sofern vorhanden, mit Ihrem Sekretariatsworkflow.
  • Abrechnungsunterstützung prüfen: Schlägt das Tool automatisch ICD-10-Codes sowie EBM- oder GOÄ-Ziffern vor? Wenn ja, werden diese regelmäßig aktualisiert?
  • Skalierbarkeit sicherstellen: Lässt sich die Lösung bei Bedarf auf weitere Nutzer oder Fachbereiche erweitern?
  • EU AI Act beachten: Klären Sie beim Anbieter, ob die Software die ab August 2026 geltenden Anforderungen des EU AI Act erfüllt.
  • Förderfähigkeit prüfen (Kliniken): Fragen Sie beim Anbieter konkret nach, ob die Lösung unter den KHZG-Fördertatbestand 3 fällt.

Checkliste 2: So führen Sie die Spracherkennungssoftware erfolgreich ein!

  • Datenschutzbeauftragten einbinden: Informieren Sie Ihren Datenschutzbeauftragten und holen Sie die erforderliche Freigabe ein.
  • AVV abschließen: Schließen Sie mit dem Software-Anbieter vor dem ersten Einsatz einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) ab.
  • Einwilligungsformular vorbereiten: Bei der KI-Gesprächsdokumentation muss die schriftliche Einwilligung der Patienten vor der ersten Aufzeichnung vorliegen und dokumentiert sein.
  • PVS-Schnittstelle einrichten: Lassen Sie die Integration einrichten und testen Sie die Funktion vor dem produktiven Einsatz.
  • Hardware konfigurieren und testen: Richten Sie Mikrofon, Headset oder Diktiergerät ein und prüfen Sie die Erkennungsqualität unter realen Praxisbedingungen.
  • Sprachprofile und Textbausteine anlegen: Richten Sie individuelle Sprachprofile und Fachvokabulare für alle Nutzer ein und hinterlegen Sie bei Bedarf häufig genutzte Formulierungen als Textbausteine.
  • Schulung durchführen: Weisen Sie alle Nutzer in Diktierstil, Korrekturprozess und Sprachbefehle ein. Planen Sie dafür 1 bis 2 Stunden Einarbeitungszeit pro Nutzer ein.
  • Pilotphase einplanen: Planen Sie mindestens zwei Wochen parallelen Betrieb ein, bevor Sie den bisherigen Workflow vollständig ablösen.
  • Feedback einholen: Werten Sie die Rückmeldungen aller Nutzer nach der ersten Nutzungswoche aus und nehmen Sie notwendige Anpassungen vor.

Fazit: Medizinische Spracherkennung spart Zeit, verbessert die Dokumentationsqualität und entlastet Ärzte.

Bei der Spracherkennung in der Medizin stehen Ihnen zwei grundlegende Kategorien zur Verfügung: Während klassische Diktierlösungen eine strukturierte Umwandlung von Sprache in Schrift ermöglichen, wird bei der KI-Gesprächsdokumentation das gesamte Gespräch aufgezeichnet und automatisch verarbeitet.

Entscheidend ist, welche Lösung zu Ihrem Praxisalltag und Ihren Anforderungen passt. Eine kostenlose Testphase ist in fast allen Fällen möglich und erlaubt es Ihnen, die verschiedenen Optionen zu erproben, bevor Sie sich auf ein System festlegen. Achten Sie besonders auf die PVS-Integration, den Datenschutz und das Fachvokabular für Ihr Fachgebiet.

Häufige Fragen zur Spracherkennung in der Medizin

Die Kosten für die Spracherkennung in der Medizin sind abhängig von Nutzerzahl, Laufzeit und gewünschtem Integrationsumfang. Die meisten Software-Anbieter arbeiten mit einem Lizenzmodell mit monatlichen Kosten. Voice Pro Dictate von Linguatec ist als einzige Lösung kein Abonnement, sondern ein Einmalkauf. Planen Sie zusätzlich Kosten für Hardware, Implementierung und Schulung ein, die in der Regel separat berechnet werden.

Diktiersoftware wandelt das gesprochene Wort in Echtzeit in geschriebenen Text um: Während Sie sprechen, erscheint der Text direkt in Ihrem PVS oder KIS. Die KI-Gesprächsdokumentation wiederum zeichnet das gesamte Arzt-Patienten-Gespräch auf und erstellt daraus automatisch einen strukturierten Dokumentationsentwurf inkl. Anamnese, Diagnose und Therapie. Ein gesondertes Diktieren ist hier nicht mehr notwendig.

Ja, die medizinische Spracherkennung ist DSGVO-konform, sofern der Anbieter Patientendaten ausschließlich auf zertifizierten Servern innerhalb der EU verarbeitet und ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) abgeschlossen wird. Bei der KI-Gesprächsdokumentation muss vor dem Gespräch zusätzlich die schriftliche Einwilligung des Patienten zur Aufzeichnung vorliegen.

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Christoph Lay
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