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Chefärzte

Chefarzt

Privatabrechnung der Chefarztbehandlung

Chefärzte sind Ärzte in leitender Funktion eines Krankenhauses oder einer Privatklinik und tragen damit die disziplinarische und medizinische Verantwortung ihres Fachbereichs. Dabei ist der Begriff Chefarzt in Deutschland nicht geschützt, sodass jeder Arzt auf einer leitenden Stelle diesen Titel nutzen darf. Insbesondere in der Abrechnung der erbrachten Leistungen gibt es einige Besonderheiten zu beachten.

Was rechnen Chefärzte ab?

Ein Chefarzt darf in einer Privatklinik grundsätzlich alle persönlich erbrachten Leistungen abrechnen. Im öffentlichen Krankenhaus dürfen nur Wahlleistungen abgerechnet werden. Einsätze bei z.B. komplizierten Operationen dürfen nicht gesondert liquidiert werden, wenn der Chefarzt diese OP auf Grund seiner medizinischen Qualifikationen ohnehin persönlich hätte durchführen müssen. Das abrechenbare Leistungsspektrum eines Chefarztes ist groß. So können von der ersten Diagnose über Schönheits-OPs bis hin zu langwierigen psychologischen Therapien alle Leistungen privat abrechnet werden.

Die stets hohe Arbeitsbelastung eines Chefarztes lässt kaum Zeit für die sorgfältig zu erledigende Honorarabrechnung und Buchführung der Klinik, da die Behandlung von Patienten natürlich Vorrang hat. Auch die Assistenten eines Chefarztes können die Privatabrechnung nicht immer fehlerfrei und effizient abwickeln, sodass ein externer Abrechnungs-Dienstleister ökonomisch und auch zeitlich wertvoll sein kann. Diese übernehmen neben der bloßen Erstellung, Prüfung und Versendung der Abrechnungen regelmäßig auch den kompletten weiteren Schriftverkehr mit Patienten und Kostenträgern, was zu einer hohen Entlastung des Chefarztes und der beteiligten Mitarbeiter führen kann. Zusätzlich werden die Privatabrechnung von spezialisierten Fachkräften liquidiert, sodass die Reklamationsquote sinken kann. Damit Chefärzte nicht 30 Tage oder länger auf die wichtige Liquidität warten müssen, können im Rahmen des Factorings individuelle Honorar-Vorfinanzierungen vereinbart werden.

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Weitere Dienstleistungen von Abrechnungsstellen für Chefärzte

Weitere häufig angebotenen Dienstleistungen von Abrechnungsstellen sind:

  • Auswertung der Patientendokumentationen
  • Zusätzlich Rechnungslegung für Kassenpatienten
  • Statistiken und Datenaufbereitung
  • Fortbildungen und Coachings
  • (vor-) gerichtliches Mahnverfahren
  • Abrechnung von Beteiligungsverträgen

Jeder selbständig oder freiberuflich Tätige kennt das Szenario von Patienten, die nach der Leistungserbringung ihre fällige Honorarabrechnung nicht bezahlen. Das kann verschiedene Gründe haben. Einige vergessen dies schlichtweg und begleichen die Rechnung durch eine erste Zahlungserinnerung. Andere wiederum möchten die z.T. hohen Abrechnungen auch gar nicht bezahlen und ignorieren auch die weiteren Mahnungen. Zu guter Letzt gibt es noch die Patientengruppe, die gern zahlen möchte, aber kein Geld dafür hat. Für alle drei Fallgruppen gibt es Lösungen, die jedoch sehr zeit- und kostenintensiv sind und vom Chefarzt allein nicht immer zu 100 % verfolgt werden können. Privatärztliche Verrechnungsstellen können den Chefarzt auch hier mit der Übernahme des kompletten Forderungsmanagements unterstützen. Säumige Patienten können im Rahmen der Korrespondenz von geschulten Inkasso-Sachbearbeitern behutsam zur Zahlung der Rechnung angeregt werden. Bei konsequenter Zahlungsweigerung kann in Absprache mit dem Chefarzt ein Titel zur Zwangsvollstreckung erwirkt werden. Mittellosen Patienten können im persönlichen Gespräch individuelle Ratenzahlungen angeboten werden, wodurch die Zahlungsausfälle insgesamt verringert und das Arzt-Patienten-Vertrauensverhältnis gestärkt werden kann.

Wie rechnen Chefärzte ab?

Das Recht des Chefarztes, Sonderleistungen privat abrechnen zu dürfen, entstand bereits vor vielen Jahren. Da den Ärzten früher auf Grund von Liquiditätsproblemen der Krankenhäuser keine hohen Gehälter gezahlt werden konnten, haben besonders berufserfahrene Ärzte ihre Leistungen für ein zweites Einkommen nach und nach privat abgerechnet. Heute sind Wahlleistungen gemäß § 2 KHEntG grundsätzlich Leistungen des Krankenhausträgers, wonach nur dieser privat liquidieren darf. Daher sind auch die ärztlichen Wahlleistungen als Institutsleistung vom Krankenhaus abzurechen. Jedoch übertragen die Krankenhäuser das Recht zur Privatabrechnung von solchen Zusatzleistungen meistens auf einen leitenden Chefarzt, welcher sodann das Liquidationsrecht innehat. Der Chefarzt wird natürlich nicht nur für vereinbarte Wahlleistungen beansprucht. So hat der Chefarzt alle Vorfälle, in denen sein medizinisches Fachwissen gefordert wird, selbst zu behandeln, ohne dass daraus eine privat zu liquidierende Wahlleistung entsteht. Gleiches gilt bei der Verlegung eines Patienten in ein Einzelzimmer, wenn es medizinisch notwendig ist.

Neben der chefärztlichen Privatabrechnung der einzelnen Leistungen gibt es zudem die Möglichkeit im Rahmen einer Beteiligungsvergütung oder Liquidationsbeteiligung eine prozentuale Beteiligung aller Wahlleistungen des Krankenhausträgers abzurechnen. Diese Einnahmen hat der liquidationsberechtigte Arzt jedoch gemäß § 29 Abs. 3 MBO-Ä an die nachgeordneten Ärzte anteilsmäßig auszuschütten, sofern diese ihn bei der Erbringung der Wahlleistungen unterstützt haben. Seit dem Jahr 2002 wird die Beteiligungsvergütung von der Deutschen Krankenhausgesellschaft für Chefärzte empfohlen.

Die Kosten der Chefarztbehandlung haben alle Selbstzahler natürlich persönlich zu begleichen, wenn sie dieser Wahlleistung vorher schriftlich zugestimmt haben. Da solche Leistungen keine allgemeinen Krankenhausleistungen nach § 2 Abs. 2 BPflV sind, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse diese auch für Versicherte nicht. Sie erhalten dann eine gesonderte Honorarabrechnung nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG). Jedoch werden Wahlleistungen im Regelfall von Privatpatienten vereinbart, sodass die anfallenden Privatabrechnungen von der privaten Krankenversicherung bezahlt werden.

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Was sind Wahlleistungsvereinbarung und Arztzusatzvertrag?

Wenn Patienten ins Krankenhaus eingeliefert werden oder eine Behandlung bevorsteht, können diese sogenannte Wahlleistungen vereinbaren, die dann vom leitenden Chefarzt persönlich ausgeübt werden müssen. Sind Krankenhäuser verpflichtet, durch den Chefarzt zu erbringende Wahlleistungen anzubieten? Hier steht den Krankenhäusern das Wahlrecht über das „ob“ und „wie“ von Wahlleistungen im gesetzlichen Rahmen zu. Sollten sich Patienten zur Chefarztbehandlungen entschließen, müssen diese einen Arztzusatzvertrag abschließen. Erst dann erhält der Chefarzt das Recht, die Wahlleistung persönlich zu liquidieren. Ohne diesen Vertrag liegt das Recht zur Abrechnung beim Krankenhausträger. Regelmäßig werden der Arztzusatzvertrag und die Wahlleistungsvereinbarung gemeinsam abgeschlossen, denn diese sind ausschließlich kombiniert wirksam. Sollte die Vereinbarung von Wahlleistungen also unwirksam sein, so kann der Chefarzt dem Patienten diese Leistung nicht privat abrechnen.

Welche Probleme können bei Privatabrechnungen von Chefärzten auftreten?

Die Privatabrechnung von Leistungen eines Chefarztes ist aufwändig und komplex. Diese Abrechnungen müssen entweder von der Sekretärin oder aber vom Chefarzt selbst erstellt werden, obwohl die verfügbare Zeit knapp ist. Auf Grund der enormen Arbeitsbelastung durch die vielen oft wichtigeren Tätigkeiten kann die Honorarabrechnung zu kurz kommen. In der Folge können Honorarausfälle bei Reklamationen, Abrechnungen und säumigen Patienten entstehen. Gerade hinsichtlich der finanziellen Situationen vieler Einrichtungen kann diese ökonomisch wichtige Aufgabe durch externe Abrechnungsstellen eine große Entlastung bewirken werden. Diese können die Krankenakten der ambulanten und stationären Leistungen auch vor Ort im Krankenhaus auswerten und erstellen dann eine auf Plausibilität und Vollständigkeit geprüfte Privatliquidation des Chefarztes. Oft beschränkt sich der Abrechnungsservice nicht auf die reine Rechnungserstellung und -versendung, sondern kann sich auf die gerichtliche Beitreibung der Forderungen sowie die Vorfinanzierung der Honorare erstrecken. Zusätzlich kann eine externe Abrechnungsstelle das Vertrauensverhältnis zwischen (Chef-) Arzt und Patienten stärken, denn diese übernehmen regelmäßig auch die gesamte Korrespondenz.

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Aufgabenbereich eines Chefarztes

Als medizinische Leiter tragen Chefärzte zusätzlich auch die disziplinarische und die fachliche Gesamtverantwortung für ihren Klinikbereich. Eine wichtige kontinuierliche Aufgabe ist es, die tätigen Oberärzte zu leiten und auch zu überwachen. Natürlich kann der Chefarzt sich nicht um die Versorgung und Behandlung aller Patienten kümmern. Diese Routinearbeiten werden von den Assistenzärzten und zum Teil auch von den Oberärzten übernommen, die über den Zustand der Patienten sowie andere wichtige Themen an den Chefarzt berichten müssen. Bei vereinbarter Chefarztbehandlung sowie bei komplizierten Behandlungen und zu erstellenden Diagnosen von Patienten wird der Chefarzt persönlich tätig, denn sie sind die erfahrensten und qualifiziertesten Mediziner in einem Krankenhaus. Häufig werden die Chefärzte auch von den Oberärzten unterstützt. Die meiste Zeit der Arbeitswoche wird jedoch von kaufmännischen, lehrenden und leitenden Aufgaben beansprucht. Da Chefärzte auch als Geschäftsführer, z.B. einer Privatklinik, tätig sind, müssen die Budgets der Klinik verwaltet werden. Hier stehen sie in einem Zwiespalt von hohen Leistungen und geringen Kosten. Neben der Personalplanung und -führung steht außerdem die Weiterbildung des Personals innerhalb der eigenen Abteilung auf der Aufgabenlisten eines Chefarztes.

Wie wird man Chefarzt?

Der Weg zum Chefarzt ist sehr lang und erfordert stetige Weiterbildung und viel Erfahrung. Jedoch reicht die reine medizinische Fachkenntnis heute schon lange nicht mehr für eine Qualifikation zum Chefarzt aus. Vielmehr sind soziale Kompetenz, eine hohe Belastbarkeit und gutes wirtschaftliches Denken Voraussetzung für eine Beförderung.

Die Reise beginnt mit vier Semestern des Medizinstudiums mit Modulen wie Chemie, Biologie, Physik, Biochemie und Physiologie. Dann folgt der aus sechs Semestern bestehende klinische Teil für die Diagnose und Behandlung von Krankheiten in den Fachbereichen Allgemeinmedizin, Chirurgie, Dermatologie, Neurologie und Orthopädie. Abschließend folgt der einjährige praktische Teil im Krankenhaus. Nach der Approbation haben sich die jungen Assistenzärzte nach einigen Jahren Berufserfahrung fünf bis sechs Jahre lang berufsbegleitend zum Facharzt auszubilden. Die nächste Karrierestufe kann nach etwa fünf weiteren Berufsjahren die des Oberarztes sein. Ist dieser Schritt einmal erreicht, stehen dem Oberarzt viele Jahre mit komplexen Behandlungen und Operationen, Visiten und dem Führen der Assistenzärzte bevor, in denen er neben der ökonomischen Planung auch die medizinische Mitverantwortung trägt. Eine lange Reise, die von hoher Belastung und sehr viel Arbeit bestimmt ist, wird für Chefärzte laut Kienbaum-Vergütungsreports 2017 „Ärzte, Führungskräfte und Spezialisten in Krankenhäusern“ mit durchschnittlichen Jahresgehältern von ca. 290.000 Euro belohnt. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Summe sind die Einnahmen der Privatabrechnung.

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