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Marketing für die Praxis

Praxismarketing – So gewinnen Ärzte mehr Patienten

Praxisalltag
Ärzte dienen in erster Linie ihren Patienten. Dennoch sind auch Arztpraxen profitorientierte Unternehmen, deren Liquidität untrennbar mit dem Erfolg der Praxis zusammenhängt. Praxismarketing bietet eine Möglichkeit, sich am Markt behaupten zu können. Verschiedene Strategien helfen dabei, sich dem Wandel anzupassen. Wir verraten, welche Maßnahmen das Praxismarketing effektiv unterstützen, welche rechtlichen Vorgaben bestehen und was Bewertungsplattformen wirklich bringen.

Praxismarketing Definition

Grundsätzlich beschäftigt sich Marketing damit, Produkte, Dienstleistungen oder Marken zu fördern. Praxismarketing im Speziellen bezieht sich auf die marktbezogene Führung einer Arztpraxis. Mit verschiedenen Marketingmaßnahmen wird versucht, sich den Bedürfnissen des Patienten zu nähern, sie zu verstehen und für die Wirtschaftlichkeit der Praxis zu nutzen.

Praxismarketing gibt es überall. Auch kleine Werbebotschaften zählen dazu. Ein Flyer, der über Dienstleistungen aufklärt oder ein Praxisschild, dass beim Vorbeigehen ins Auge fällt, sind nur einige Beispiele. Selbst eine Unterhaltung zwischen zwei Menschen kann eine Marketingstrategie beinhalten. Praxismarketing hat zum Ziel, optimierte Leistungen anzubieten, indem mehr über die Zielgruppe, die Patienten, erfahren wird. Bei der Patientengewinnung mittels Marketing gilt es folgendes zu beachten:

  • Die Marketingmaßnahmen sollten nicht anpreisend sein
  • Ein Vergleich zwischen Wettbewerbern sollte nicht stattfinden.
  • Irreführendes oder unsachliches Marketing sind unzulässig, dabei drohen empfindliche Strafen.
  • Das Praxismarketing sollte Patienten als Entscheidungshilfe zur Seite stehen.

Praxismarketing Arzt / Arztpraxis: das Vorgehen

Praxismarketing sollte stets zielorientiert und bedürfnisgerecht durchgeführt werden. Ein Plan, der mehrere vordefinierte Teilziele enthält, ist sinnvoll. Auf diese Weise erlangen Ärzte einen tieferen Einblick in die Welt ihrer Patienten. Daran anschließend können individuelle Marketingstrategien entwickelt werden, die dort greifen, wo sie nötig sind. In den nächsten Absätzen stellen wir Schritte vor, die sich beim Praxismarketing bewährt haben.

1. Analyse des Ist-Zustandes

Um eine Strategie entwickeln zu können, muss zunächst der Ausgangspunkt geklärt werden. Ein vorliegender Businessplan oder Marketingplan gibt wertvolle Informationen. Existiert ein solcher nicht, ist der Entwurf unter Umständen sinnvoll. Zudem sollte die Frage geklärt werden, wie die Marketingmaßnahmen in der Vergangenheit aussahen.

Gibt es etwas, dass sich bereits bewährt und den Patientenstrom gezielt in die Praxis geleitet hat? Bei der Analyse des Ist-Zustandes geht es darum, auszuloten, welche Marketinginstrumente genutzt wurden bzw. werden. Dafür ist eine ehrliche Betrachtung der eigenen Lage wichtig. Praxisinhaber sollten nichts beschönigen, sondern eine urteilsfreie Bewertung zulassen.
Dabei helfen folgende Fragen:

  • Wie werden die Marketingmaßnahmen derzeit bewertet?
  • Gibt es einen strategischen Plan, um ein gezieltes Marketing durchzuführen?
  • Existiert ein Budget, das für Marketingstrategien freigegeben wurde?
  • Werden Marketingaktivitäten im Team abgeklärt?
  • Handelt es sich dabei um spontane oder geplante Vorhaben?
  • Gab es in der Vergangenheit Ansätze, die zum Erfolg geführt haben?
  • In welcher Region befindet sich die Praxis?
  • Besitzt die Praxis ein Alleinstellungsmerkmal?

2. Festlegung der Zielgruppe

Nur wer seine Zielgruppe kennt, kann auch gezieltes Marketing betreiben. Deshalb ist es wichtig, den wünschenswerten Patientenstamm auszuloten. Dieses Vorgehen ist von entscheidender Bedeutung, denn so können Ärzte und Zahnärzte einen Überblick über Bedürfnisse und Ansprüche erhalten. Schließlich tickt nicht jeder Patient gleich.

Gelingt es, sich mit der Zielgruppe auseinanderzusetzen, kann das Marketing schlussendlich erfolgreich angepasst werden. Davon profitiert insbesondere die Kommunikation mit dem Patienten. Wenn es um die Identifikation der Zielgruppe geht, sollten sich Ärzte die Frage stellen, welchen Patienten die Praxisleistungen angeboten werden sollen. Stehen dabei Menschen im Vordergrund, die gesetzlich oder privat versichert sind? Welche Anforderungen haben die Patienten an die Praxis? So gibt es beispielsweise Zahnarztpraxen, die sich in ihrer Außendarstellung auf Angstpatienten spezialisiert haben. Nicht zuletzt ist auch wichtig, welche Wünsche und Bedürfnisse Personen haben, die sich für ärztliche Dienstleistungen interessieren.

Diese und weitere Fragen tragen dazu bei, dass Marketingaktionen zukünftig passgenau auf die Zielgruppe abgestimmt werden können. Das klappt am besten, wenn es Ärzten und Zahnärzten gelingt, sich in die Patienten hinein zu versetzen. Schließlich spielen im Behandlungsalltag Sorgen und Nöte sowie Bedürfnisse eine große Rolle.
Dabei helfen folgende Fragen:

  • Wie sieht das „Wunschpublikum“ der Arztpraxis aus?
  • Sind die Patienten gesetzlich- und/oder privatversichert?
  • Sind die Wünsche und Bedürfnisse der Patienten bekannt?
  • Werden Patientenanfragen einheitlich bearbeitet (beispielsweise mit einem Telefonleitfaden oder Erfassungsbogen)?
  • Wurde in der Vergangenheit bereits eine Patientenbefragung durchgeführt?

3. Auswahl der Marketingmaßnahmen

Praxisinhaber können aus einer Vielzahl von Marketingmaßnahmen wählen. Allerdings sollte sich bei einem gezielten Marketing ein roter Faden durchsetzen. Wahllos miteinander kombinierte Aktionen führen nur selten zum Erfolg. Stattdessen sollten die Erkenntnisse aus den vorausgegangenen Schritten effizient genutzt werden.

Ärzte besitzen nun Informationen zu dem Ist-Zustand und zu dem Zielpublikum. Der dritte Schritt beschäftigt sich damit, die Kommunikation und Präsentation zu konkretisieren. Die Praxis hat eine Botschaft, die nach außen getragen werden muss. Auf diese Weise erfahren Patienten von den Dienstleistungen und so gelingt es, langjährige Patienten auch weiterhin zu binden.
Da es angesichts der Bandbreite von Marketinginstrumenten schnell unübersichtlich werden kann, bietet es sich an, zunächst in der Praxis zu beginnen. Erfolgreiche Player im Praxisumfeld setzen häufig auf einheitliche Mitarbeiterbekleidung. Das signalisiert Patienten, dass es sich um ein Team handelt, das gemeinsam an der Gesundheit arbeitet. Grundsätzlich ist es immer empfehlenswert, die Mitarbeiter in Marketingmaßnahmen einzubeziehen.

Unmittelbar danach sollte die Unternehmenskultur in den Mittelpunkt rücken. Eine Imagebroschüre, eine Webseite und eine gute Platzierung in den Ergebnissen von Suchmaschinen wie Google und Bing können den Patientenstrom gezielt in die Praxis leiten. Allerdings sollten Marketingmaßnahmen stets individuell festgelegt werden.
Dabei helfen folgende Fragen:

  • Gibt es bereits eine Praxisbroschüre?
  • Ist die Praxis Mitglied in Verbänden?
  • Existiert eine professionelle Webseite?
  • Auf welchen Plätzen landet die Homepage zu relevanten Keywords in den Google Ergebnissen?
  • Gibt es die Möglichkeit, Onlinetermine zu vereinbaren?
  • Taucht die Praxis auf Bewertungsportalen auf?
  • Wie bewerten Patienten die Praxis im Internet?

4. Klare Ziele definieren

Niemand erfährt, ob er am Ziel angelangt ist, wenn zuvor keine Definition erfolgt ist. Bei dem Thema Zieldefinierung ist es wichtig, realistisch zu bleiben. Insbesondere Ärzte, die noch relativ frisch im Bereich Praxismarketing sind, sollten sich zunächst kleine Teilziele setzen.

Zukünftig spricht nichts dagegen, Groß zu denken. Damit die Motivation nicht schwindet, können kleine Erfolgserlebnisse zugelassen werden. Die Festlegung klarer Ziele ist besonders empfehlenswert.
Dabei helfen folgende Fragen:

  • Wie viele Beratungsgespräche sollen durch das Marketing im nächsten Jahr generiert werden?
  • Wie viele neue Patienten sollen durch die Maßnahmen gewonnen werden?
  • Inwieweit sollen sich die Marketingstrategien in den Einnahmen widerspiegeln?

Praxismarketing-Agentur: Vor- und Nachteile

Ärzte und Zahnärzte sind schwer beschäftigt. Neben dem Alltag mit Patienten müssen sie der Dokumentationspflicht und anderen bürokratischen Aufgaben nachkommen. Zudem fühlen sich insbesondere Neulinge im Bereich Praxismarketing angesichts der zu treffenden Entscheidungen und mit Blick auf die durchzusetzenden Maßnahmen überfordert. Dann liegt der Gedanke nahe, sich einer spezialisierten Praxismarketing-Agentur zuzuwenden. Es gibt vieles, was dafürspricht, allerdings gilt es auch einige Dinge zu beachten.

Vorteile einer Praxismarketing-Agentur

Eine Praxismarketing-Agentur kennt den Markt. Spezialisierte Mitarbeiter betreuen häufig viele Praxen und besitzen daher einen umfangreichen Erfahrungsschatz. Sie sind in der Regel breit aufgestellt und können viele Herausforderungen stemmen – von der Webseite über Werbematerial bis hin zu einem individuellen Logoentwurf. Dadurch, dass sich eine entsprechende Agentur rund um die Uhr mit den gleichen Themen beschäftigt, kann sie eine Marketingstrategie effizient entwerfen und umsetzen.

Für den Praxisinhaber bedeutet das eine deutliche Entlastung. Schließlich muss er sich nicht mit den geltenden Vorschriften, dem Ist-Zustand oder anderen Bewerbern beschäftigen, zumindest nicht mit Blick auf Marketingfragen. Besonders empfehlenswert ist eine Agentur, die alles aus einer Hand bietet. So sind die Prozesse überschaubar und damit nachvollziehbar für die Praxis.

Nachteile einer Praxismarketing-Agentur

Die Inanspruchnahme einer Praxismarketing-Agentur kostet Geld. Ärzte können mit einem Stundenhonorar zwischen 90 und 150 Euro rechnen. So viel kosten in der Regel professionelle Agenturen und Praxismarketing-Spezialisten. Bei den Ausgaben muss es sich nicht zwangsläufig um einen Nachteil handeln. Schließlich entlastet eine Agentur das Zeitkonto deutlich. Zeit, in der ein Arzt weitere Patienten betreuen und damit Einnahmen generieren kann. Voraussetzung dafür ist, dass eine Praxis über eine ausreichende Liquidität für die Beauftragung einer Agentur verfügt. Entsprechende finanzielle Aufwendungen können insbesondere für neu gegründete Praxen eine Herausforderung sein.

Zudem kann das Zurückgreifen auf eine Praxismarketing-Agentur dazu führen, dass der Mediziner an Flexibilität einbüßt. Ein Arzt oder Zahnarzt hat – wenn ich danach ist – jederzeit die Möglichkeit, beispielsweise eine Werbeanzeige auf Facebook zu schalten. Egal, ob es tief in der Nacht oder beim Sonntagsfrühstück ist. Diese Flexibilität bietet in der Regel keine Praxismarketing-Agentur. Ein weiterer Nachteil kann eine mangelnde Auseinandersetzung mit dem Thema sein. Dadurch, dass sich ein Praxisinhaber ausschließlich auf die Agentur verlässt, kann er unter Umständen nicht alle Schritte vollständig nachvollziehen. Wird die Agentur gewechselt, ist der Arzt möglicherweise aufgrund mangelnder Kenntnisse nicht in der Lage, die Übergangszeit selbst zu überbrücken.

Praxismarketing Beispiele

Praxismarketing nutzt das Aushängeschild einer Praxis. Es macht Vorzüge deutlich und schafft Barrieren zur Kontaktaufnahme ab. Um das zu erreichen, können Praxisinhaber auf eine Vielzahl von Strategien zurückgreifen. Am Ende ergibt sich häufig ein bunter Mix aus verschiedenen Aktionen, der Patienten auf die Dienstleistungen aufmerksam macht. Wir verraten in diesem Kapitel, welche Strategien sich für Ärzte besonders bewährt haben.

Corporate Design erschafft die Praxisidentität

Praxismarketing kommt ohne den Begriff „Corporate Identity“ praktisch nicht aus. Dabei handelt es sich um das Selbstbild einer Unternehmung. Es gibt verschiedene Hilfsmittel, mit denen sich eine Praxis von anderen abhebt und sie zu dem macht, was sie ist.
Das Erscheinungsbild kann von Ärzten als effizientes Mittel zum Erfolg genutzt werden. Dazu ist es nötig, die Praxisphilosophie und die Kommunikation mit der Öffentlichkeit sowie intern positiv zu gestalten.

Von entscheidender Bedeutung ist auch die Optik. Schließlich ist sie das erste, worauf neue Patienten stoßen. Das Logo, die Webseite, das Praxisschild und die Imagebroschüre sollten folgendes vermitteln: Vertrauen, Einheitlichkeit und Professionalität. Zudem ist es wichtig, dass Ärzte mit ihrer Optik einen unverwechselbaren Wiedererkennungswert schaffen. Das gelingt mit einem ausgeklügelten Farbkonzept und sich wiederholenden Grafikelementen.

Tipps für einen gelungenen Wiedererkennungswert

Wiedererkannt zu werden ist unbezahlbar. Praxisinhaber machen so auf sich aufmerksam, bleiben im Hinterkopf und werden bestenfalls positiv wahrgenommen. Der Wiedererkennungswert nimmt eine übergeordnete Rolle ein, wenn es um Praxismarketing geht. Es gibt verschiedene Instrumente, mit denen eine Unverwechselbarkeit erreicht werden kann.

Tipp 1: Ein einprägsamer Praxisname: Häufig greifen Praxisinhaber auf Nachnamen zurück (Zahnarzt Dr. Müller), auch verspielte kurze Bezeichnungen können attraktiv wirken (z.B. Zahnquadrat). Aber Vorsicht: Der Name sollte stets positiv wahrgenommen werden und keinen Raum für Unprofessionalität lassen. Insbesondere ältere Menschen haben Probleme damit, englische Begriffe auszusprechen. Das sollten Ärzte stets im Hinterkopf behalten, wenn sie sich der Namensfindung widmen.

Tipp 2: Eine individuelle Farbgebung: Farbe weckt Erinnerungen, lässt träumen und ist ansprechend. Die Vorzüge können sich Ärzte zunutze machen. Allerdings sollte nicht zu tief in den Farbkasten gegriffen werden. Mit Blick auf die Professionalität ist weniger mehr. Farbakzente, die angelehnt an die Praxisumgebung oder an angebotene Dienstleistungen gewählt werden, können die Raumgestaltung, den Internetauftritt und Imagebroschüren begleiten.

Tipp 3: Ein ansprechendes Logo: Ein Logo ist das Wiedererkennungsmerkmal schlechthin. Es ziert Rechnungen, den Webseitenauftritt, Broschüren, Aufklärungsbögen und Co. Geradlinigkeit und Bescheidenheit haben sich auch dabei bewährt. Praxisinhaber können die individuelle Farbgebung hier aufgreifen. Bei der Erstellung bietet es sich an, auf die Aussage zu achten- nicht aufdringlich, sondern professionell sollte es wirken. Zudem ist das Urheberrecht zu beachten. Einfach ein Logo zu kopieren ist unzulässig.

Ohne Agentur machbar Kosten Effekt
Praxisname ja Gratis, wenn Praxisinhaber selbst aktiv werden. Bei einer Beauftragung richten sich die Kosten nach dem Stundenhonorar der Agentur (90-150 €). Alternativ gibt es Namensgeneratoren im Internet (ab 99 €). langfristig
Farbgebung ja, unter Umständen Die dominierende Farbe kann jeder Praxisinhaber selbst festlegen. Die Umsetzung kann von Innenarchitekten und Grafikern begleitet werden (Stundenhonorar zwischen 90 und 150 €). langfristig
Logo ja, unter Umständen Mithilfe von Generatoren können Logos im Internet selbst erstellt werden, sogar kostenlos. Wer Wert auf Professionalität und Individualität legt, kann Freelancer oder professionelle Designagenturen beauftragen (Kosten zwischen 500-2.000 €) langfristig

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Internetauftritt erschließt größeren Patientenkreis

Das Internet ist ein beliebtes Medium. Obwohl es schnelllebig ist, können sich Praxen im Internet unsterblich machen. Das gelingt am besten mit einem übersichtlichen Portfolio und einer überzeugenden Darstellung der Praxisvorzüge. Auch hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Die eigene Unternehmenswebsite

Früher wurde Werbung an Litfaßsäulen und in der Zeitung gemacht – heute dominieren Internetangebote. Kein Wunder, dass Ärzte im Rahmen von Praxismarketing verstärkt auf eine Website setzen. Der Vorteil ist, dass Patienten so gezielt nach Informationen suchen können. Eine gute Webseite spricht Patienten ebenso an wie Kollegen und die Presse.

Ärzte haben die Möglichkeit, den Webauftritt nach den eigenen Wünschen zu gestalten. An dieser Stelle bietet es sich an, erneut auf die individuelle Farbgebung zurückzugreifen. Ziel sollte sein, dass Patienten Informationen mit Mehrwert schnell und einfach erfassen können. Wenige Unterseiten und keine überfrachteten Texte sorgen für den nötigen Überblick.

Alleinstellungsmerkmale und Vorzüge sollten herausgearbeitet werden. Fotos vom Team werden gerne eingesehen, um sich einen ersten Eindruck von den Behandlern zu machen. Da SEO (Suchmaschinenoptimierung) heute ein wichtiges Thema ist, bietet es sich an, eine Agentur für Suchmaschinenoptimierung zu beauftragen. Sie stellt sicher, dass die Website der Praxis mithilfe von SEO auch im Internet gefunden wird. Zudem kümmert sie sich um die Pflege der Webseiten. Das ist durchaus empfehlenswert, wenn Praxisinhaber die Seite inhaltlich und technisch aktuell halten möchten.

Die URL sollte kurz und prägnant gewählt werden, so bleibt sie im Hinterkopf.

Tipps für einen gelungenen Internetauftritt

Tipp 1: Fotos nutzen: Fotos stellen Vertrauen her. Hervorragend sind Einzelporträts der Behandler und ein Foto mit dem gesamten Team geeignet. Besonders wichtig: Lächeln nicht vergessen!

Tipp 2: Pflichtangaben beachten: Ein rechtlich einwandfreies Impressum gehört zu den Pflichtangaben. Dieses richtet sich nach dem Paragraf 5 des Telemedizingesetzes. Zudem muss eine Datenschutzerklärung auf der Webseite hinterlegt werden. Bei Agenturen ist die korrekte Hinterlegung im Rahmen ihrer Dienstleistung meist inbegriffen.

Tipp 3: Freiwillige Angaben bereitstellen: Es gibt Informationen, die einfach auf eine Webseite gehören. Dazu zählen Praxisname, Qualifikation, Facharztbezeichnung und Leistungsspektrum. Zudem sollten sowohl das Team als auch die Praxisräume kurz vorgestellt werden. Der Kontakt und die Anfahrtsinformationen sind ebenso wichtig wie die Sprechzeiten. Im besten Fall findet sich auch das Logo präsent auf der Homepage wieder.

Onlineverzeichnisse als Multiplikatoren

Das Örtliche, Das Telefonbuch und Gelbe Seiten gehören zum alten Eisen. Ursprünglich wurden sie in Papierform herausgegeben und haben die Kontaktaufnahme zu Praxen einfach gemacht. Die Ausgaben sind ebenfalls mit dem Wandel der Zeit gegangen und stehen nun online zur Verfügung.

Ein entsprechender Eintrag in die Verzeichnisse unterstützt in Bezug auf Praxismarketing zumindest die Online-Sichtbarkeit. Hier können die Kontaktdaten, die Adresse der Website, die Sprechzeiten und das Logo hinterlegt werden. Zudem gibt es die Möglichkeit, Mediendateien wie Ärztefotos oder Aufnahmen der Praxisräume hochzuladen. Auch ein Terminservice kann eingerichtet werden, um die Kontaktaufnahme zur Praxis noch einfacher zu gestalten.

Für eine Steigerung der Sichtbarkeit in lokalen Suchergebnissen empfiehlt sich für Ärzte und Zahnärzte der Dienst Google My Business. Untersuchungen zufolge haben Webseiten mehr Klicks, wenn sie den Google-Dienst für lokale Suchergebnisse nutzen. Aktualität ist hier besonders wichtig, Sprechzeiten sollten daher regelmäßig überprüft werden.

Bewertungsplattformen halten den Spiegel vor

Bewertungsplattformen werden von Patienten genutzt, um den subjektiven Eindruck der Praxis auf andere Personen nachvollziehen zu können. Das kann auch hilfreich für das Praxismarketing sein. Verfügt ein Arzt über viele positive Bewertungen, verleitet das Patienten unter Umständen dazu, ebenfalls bei diesem Behandler vorstellig zu werden.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass Ärzte sowie Zahnärzte nicht aktiv entscheiden können, ob sie auf der Plattform aufgeführt werden oder nicht. Der Bundesgerichtshof entschied im Jahr 2014, dass die Aufnahme auch dann rechtens ist, wenn keine Einwilligung vorliegt. Allerdings müssen die Ärztebewertungen neutral formuliert werden.

Praxisinhaber können sich den Werbeeffekt von Bewertungsplattformen zunutze machen, indem sie das Profil individuell gestalten. Einige Portale bieten dazu die Möglichkeit. Bei Jameda können beispielsweise Fotos, eine Unternehmensbeschreibung, Sprechzeiten und Kontaktinformationen hinterlegt werden.

Es gibt verschiedene Bewertungsplattformen. Darunter Jameda, docinsider und sanego.

Wie kann man eine negative Bewertung löschen lassen?

Die Löschung einer negativen Bewertung ist bei entsprechenden Plattformen nicht so einfach möglich. Problematische Bewertungen können jedoch beim Anbieter zur Überprüfung eingereicht werden. Nach einer eingehenden Prüfung wird die Bewertung im Anschluss entweder gelöscht oder bleibt bestehen.

Social Media: Patienten an dem Praxisalltag teilhaben lassen

Ein hervorragendes Instrument für das Praxismarketing ist Social Media. Es eignet sich dafür, die Kommunikation zwischen Praxis und Patienten zu erleichtern. Zudem erhalten Interessierte ohne große Barrieren einen Einblick in den Praxisalltag. Um in sozialen Netzwerken Interesse bei Patienten wecken und aufrechterhalten zu können sind insbesondere eine zeitnahe Interaktion und die regelmäßige Veröffentlichung von Inhalten notwendig.

Auf Twitter, Facebook, Instagram und Co. ist es möglich, spezielle Unternehmensseiten anzulegen. Dort kann über gesundheitliche Themen, neue Leistungen und die Kontaktaufnahme aufgeklärt werden. Beim Thema Social Media gibt es allerdings einiges zu beachten. Auch hier ist ein Impressum wichtig. Zudem müssen Ärzte den Datenschutz sicherstellen und dürfen individuelle Gesundheitsfragen nicht beantworten. Ein Praxisinhaber darf beispielsweise keine Einschätzung zum gesundheitlichen Zustand eines Nutzers geben, auch nicht im privaten Messenger.

Die Bundesärztekammer hat im Jahr 2014 eine übersichtliche Handreichung herausgegeben. Diese beschäftigt sich mit Ärzten in sozialen Medien. Davon leiten sich folgende Tipps für Ärzte und Zahnärzte ab:

  • Ärztliche Schweigepflicht einhalten
  • Keine Kollegen im Berufsumfeld diffamieren
  • Berufliches und privates Profil getrennt voneinander halten
  • Datensicherheit und Datenschutz gewährleisten
  • Fernbehandlungsverbot einhalten
  • Die Grenzen des Arzt-Patienten-Verhältnisses nicht überschreiten
  • Keine berufswidrige Werbung anbieten
  • Bei produktbezogenen Aussagen Zurückhaltung üben
  • Selbstoffenbarung seitens der Patienten entgegenwirken
  • Haftpflichtversicherung überprüfen

Social-Media-Kanäle leben von regelmäßigen Beiträgen. Mitunter kann die Pflege sehr zeitintensiv sein. Social-Media-Agenturen bieten hier ihre Hilfe an.

Ohne Agentur machbar Kosten Effekt
Unternehmenswebsite ja Mit einem Baukastensystem können Praxisinhaber selbst ihre Homepage bauen. Die laufenden Webseiten-Kosten bewegen sich zwischen 9 und 25 €. Die professionelle Einrichtung seitens einer Agentur kann je nach Vorstellung mehrere Tausend Euro betragen. Auch die Betreuung kann von einer Agentur übernommen werden. Viele Anbieter verfügen über Betreuungspakete, die zwischen 30 und 200 € liegen. Eine Grenze nach oben gibt es nicht, je nachdem wie professionell die Website werden soll und wie viel Bearbeitungsaufwand anfällt. langfristig
Onlineverzeichnisse ja Ein Eintrag für drei Monate ist meist kostenlos. Danach kann es zu Kosten kommen. Diese lehnen sich an die in Anspruch genommenen Dienstleistungen an. langfristig
Bewertungsplattformen ja Hier gibt es verschiedene Pakete. Bei Jameda kann zwischen Silber, Gold und Platin gewählt werden (Kosten zwischen 59 und 139 € monatlich). langfristig
Social Media ja Die Anlage eines Unternehmensprofils ist kostenlos. Zeitintensiv ist insbesondere die Pflege. Auch hier bieten Agenturen verschiedene Pakete an (Kosten ab 150 € pro Monat). Die Anzeigenschaltung ist mithilfe eines individuell festgelegten Tagesbudgets möglich. kurzfristig

Praxismarketing online/offline

Nicht nur online, sondern auch offline kann Praxismarketing betrieben werden. Bereits zu Anfang haben wir auf die Möglichkeiten mithilfe von Broschüren hingewiesen. Zudem eignen sich Praxisschilder, pfiffige Bandansagen und Zertifizierungen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Praxisschilder weisen den Weg

Praxisschilder fallen auf und können die Aufmerksamkeit von Laufkundschaft auf sich ziehen. Neben dem Informationsgehalt senden sie Patienten einen Willkommensgruß. Ein Praxisschild sollte folgende Informationen bereithalten:

  • Praxisname
  • Praxislogo
  • Name des Arztes oder Zahnarztes
  • Facharztbezeichnung
  • Sprechzeiten

Ein Praxisschild, das draußen angebracht wird, sollte aus einem wetterbeständigen Material gefertigt sein. Acrylgras und Alu-DIBOND sind besonders geeignet.

Eine Bandansage vermittelt eine Botschaft

Stumpfe Bandansagen, die monoton Informationen weitergeben, waren gestern. Pfiffige Bandansagen können den Patienten in der Warteschleife halten, eine Auswahl ermöglichen oder über Öffnungszeiten aufklären. Zudem hat der Patient die Möglichkeit, eine Nachricht zu hinterlassen.

Telefonansagen können auch in Auftrag gegeben werden. Persönlicher wird es jedoch, wenn der Arzt selbst oder das Praxisteam die Bandansage aufsprechen.

Siegel und Zertifizierungen als Bonus in der Außendarstellung

Siegel und Zertifizierungen haben eine Wirkung auf Patienten. Sie vermitteln, dass die Qualität unabhängig geprüft wurde und sich der Praxisinhaber mit vordefinierten Kriterien auseinandersetzt.

Praxen können mit verschiedenen Siegeln und Zertifizierungen ausgezeichnet werden. Neben der Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 gibt es QEP, was für Qualitätsentwicklung in Praxen steht. In diesem Artikel haben wir uns mit Siegeln und Zertifizierungen für Praxen eingehend auseinandergesetzt.

Ohne Agentur machbar Kosten Effekt
Praxisschilder ja Der Preis richtet sich nach Größe und Materialauswahl, beginnend ab ca. 30 €. langfristig
Bandansagen ja Kostenlos, wenn das Praxisteam selbst aktiv wird. Professionelle Ansagen beginnen bei einem Grundpreis von 50 €. langfristig
Siegel/Zertifizierungen nein Die Kosten der Zertifizierung richten sich danach, wie viele Mitarbeiter beschäftigt sind und ob es sich um die erste Zertifizierung handelt. Die Kosten beginnen bei 900 € (bezogen auf DIN EN ISO 9001). kurzfristig (muss erneuert werden)

Welche ärztliche Fachrichtung sollte was im Marketing tun?

Zunächst ist es für jeden Arzt, Zahnarzt und Physiotherapeuten empfehlenswert, sich mit der Ist- und Soll-Situation zu beschäftigen. Daraus können wertvolle Informationen abgeleitet werden, die das Management, das Marketing und die Leitung der Patientenströme betreffen.

Praxismarketing eignet sich aufgrund der damit einhergehenden Kosten insbesondere für zahnärztliche Praxen oder solche, die vornehmlich auf Privatleistungen abzielen. In diesem Zusammenhang sollte der Mediziner einen gewissen Return on Investment (kurz ROI) anstreben, also einen monetär messbaren Erfolg infolge seiner werblichen Maßnahmen. Somit lassen sich mit den zu erwartenden Mehrumsätzen die Kosten für das Praxismarketing überkompensieren.

Nur wenige Beispiele sind:

  • Schönheitspraxen
  • Hautärzte und Anbieter von dermatologischen Behandlungen
  • Physiotherapeuten
  • Zahnärzte
  • Augenarztpraxen, die Laser- und ICL-Eingriffe anbieten
  • Kinderwunschpraxen

Bei allen Marketingmaßnahmen sollte regelmäßig überprüft werden, ob die Kosten im Verhältnis zum Nutzen stehen. Dabei kann eine Analyse der in Anspruch genommenen Leistungen helfen. Aber Achtung: Marketingmaßnahmen benötigen einige Zeit, um zu wirken. Eine jährliche Betrachtung ist sinnvoll.

Praxismarketing – was ist erlaubt?

Praxismarketing gab es noch vor wenigen Jahrzehnten nicht in dieser Form, wie wir es heute kennen. Das Werbeverbot wurde jedoch aufgehoben, so dass Ärzte seit dem Jahr 2002 werben dürfen. Als Grundlage dafür dient der Paragraf 27 der Musterberufsordnung für die in Deutschland arbeitenden Ärzte und Ärztinnen (MBO-Ä). Im Zuge der Erneuerung des Heilmittelgesetzes (HWG), die im Jahr 2012 erfolgte, wurden weitere Hürden genommen. Trotzdem gibt es einiges, dass Praxisinhaber beim Praxismarketing beachten sollten.

  • Spezielle Inhalte dürfen nicht beworben werden (Schwangerschaftsabbrüche oder Suchtkrankheiten)
  • die Werbemaßnahmen müssen sachgerecht, angemessen und informativ gestaltet werden
  • berufswidrige Werbung ist unzulässig (dazu zählen irreführende, anpreisende und vergleichende Werbestrategien)

Wer sich unsicher ist, was erlaubt ist, kann sich durch eine Agentur beraten lassen. Ärzte sollten dabei auf spezialisierte Personen zurückgreifen, die Praxismarketing betreiben. Unter Umständen kann auch die Konsultation eines Rechtsexperten sinnvoll sein.

Praxismarketing Zahnarzt: Werberecht

Zahnärzten ist es ebenfalls untersagt, einer anpreisenden, vergleichenden oder irreführenden Werbung nachzugehen. Auch für sie ist die Musterberufsordnung (MBO) der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) vorgesehen.
Radiowerbung ist für Ärzte erlaubt, solange sie die oben genannten Grundsätze beachtet. Im Jahr 2013 entschied das Landesberufsgericht für die Heilberufe in München über einen Radiospot. Dieser wurde als berufsunwürdig angesehen.
Mit folgendem Inhalt war die Radiowerbung versehen:
„Es ist x Uhr xx
Zeit den Zahnarzt zu wechseln!
In der zahnärztlichen Tagesklinik Dr. E. bekommen Sie alle zahnmedizinischen Leistungen zu bezahlbaren Preisen.
Infos unter www.de“

Zahnärzte können sich bei einem spezialisierten Juristen informieren, bevor sie Werbestrategien umsetzen. Auch Agenturen stehen beratend zur Seite.

Praxismarketing: so gewinnen Ärzte mehr Patienten

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Fazit

Praxismarketing kann effektiv genutzt werden, um neue Patienten zu gewinnen. Zuvor sollte eine eingehende Analyse der momentanen Situation und der bereits genutzten Marketingmaßnahmen durchgeführt werden. Im Anschluss folgen weitere Schritte, um das Zielpublikum festzulegen und eine Strategie zu entwerfen. Praxen haben verschiedene Möglichkeiten, um auf sich aufmerksam zu machen. Besonders wichtig ist das Corporate Design, um eine Praxisidentität zu erschaffen. Daran angelehnt eignen sich eine individuelle Farbgebung, ein Logo und ein prägnanter Firmenname besonders gut, um die Marke zu stärken.

Neben Offline-Maßnahmen wie die Herstellung von Imagebroschüren, Flyern und Visitenkarten ist das Internet eine gute Möglichkeit, das Praxismarketing zu unterstützen. Eine eigene Website, Bewertungsplattformen und Social Media bieten vielfältige Möglichkeiten. Auch Zertifizierungen, eine pfiffige Bandansage und Praxisschilder können sinnvolle Werbeoptionen für Praxen darstellen.

Bei allen Strategien geht es darum, die Kosten und Erfolge im Blick zu behalten. Praxismarketing eignet sich besonders für Praxen mit einem gewissen Anteil an Privatpatienten, um den gewünschten Return on Investment (kurz ROI) erreichen zu können. Besonders wichtig ist, stets die rechtlichen Rahmenbedingungen im Auge zu behalten. Demnach darf eine Werbung weder irreführend, noch anpreisend oder vergleichend sein. Unter Umständen macht es Sinn, sich bei der Durchführung von Marketingstrategien durch eine Agentur oder einen Rechtsanwalt begleiten zu lassen.

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