GOZ – Gebührenordnung für Zahnärzte

Die Gebührenordnung für Zahnärzte (Abkürzung: GOZ) ist eine Verordnung zur Vergütung zahnärztlicher Leistungen bei privatärztlich Versicherten, was in bestimmten Fällen auch für die Abrechnung gesetzlich Versicherter zum Einsatz kommt. Wir erklären Ihnen im Folgenden die Gebührenordnung für Zahnärzte und ihren Hintergrund genauer und geben Ihnen einen Überblick über ihre Anwendungsbereiche. Dieser Beitrag umfasst grundlegende Informationen zur Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Er dient nicht als Rechtsberatung und kann diese nicht ersetzen.

Aufbau der GOZ

Nach § 15 Zahnheilkundegesetz (ZHG) sind alle Zahnärzte in Deutschland gesetzlich dazu verpflichtet, die Entgelte für zahnärztliche Tätigkeiten nach einer durch die Bundesregierung festgelegten Gebührenordnung auszurichten. Demnach kommt die GOZ in jeder Zahnarztpraxis Deutschlands zum Einsatz.

Die Gebührenordnung für Zahnärzte gliedert sich in zwei Teile:

  • 12 Paragraphen zur rechtlichen Grundlagenklärung und
  • 10 Fachbereiche mit Gebühren- und Leistungsverzeichnis

Die zehn Fachbereiche wiederum sind unterteilt in:

  • GOZ A: Allgemeine zahnärztliche Leistungen
  • GOZ B: Prophylaktische Leistungen
  • GOZ C: Konservierende Leistungen
  • GOZ D: Chirurgische Leistungen
  • GOZ E: Leistungen bei Erkrankungen der Mundschleimhaut und des Parodontiums
  • GOZ F: Prothetische Leistungen
  • GOZ G: Kieferorthopädische Leistungen
  • GOZ H: Eingliederung von Aufbissbehelfen und Schienen
  • GOZ J: Funktionsanalytische und funktionstherapeutische Leistungen
  • GOZ K: Implantologische Leistungen
  • GOZ L: Zuschläge zu bestimmten zahnärztlich-chirurgischen Leistungen

Die geltende GOZ ist seit dem 01.01.1988 aktiv und wurde zuletzt zum 01.01.2012 überarbeitet.

Ärzte

Abrechnung gemäß Gebührenordnung für Zahnärzte

Die Abrechnung mit der GOZ erfolgt grundlegend wie die Abrechnung mit der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Welche Besonderheiten sich aus der GOZ für Sie als Zahnarzt ergeben, zeigen wir Ihnen im Folgenden.

Zahnarzt-Honorar nach GOZ

Das GOZ-Gebührenverzeichnis bildet die zahnmedizinischen Leistungen ab, die für die Abrechnung genutzt werden. Sind erbrachte Leistungen nicht im Gebührenverzeichnis der GOZ aufgeführt, dürfen Sie als Zahnarzt auf die für Zahnärzte freigegebenen Bereiche der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) zurückgreifen. Beide Verordnungen sind grundsätzlich gleich aufgebaut. Jeder Leistung ist eine GOZ-Ziffer – zur Bezeichnung – zugeordnet und eine Punktzahl zugewiesen, die den Schwierigkeitsgrad und Aufwand der Leistung widerspiegelt. Wie auch bei der GOÄ erfolgt die Berechnung der Abrechnungsgebühr für eine Leistung über die Formel „Einfacher Gebührensatz x Steigerungsfaktor“. In bestimmten Fällen wird dieser zudem mit der Anzahl der behandelten Zähne multipliziert.

Gebührensatz = Einfacher Gebührensatz x Steigerungsfaktor (x Anzahl der behandelten Zähne)

Der Gebührensatz ergibt sich nach § 5 Absatz 1 Satz 2 GOZ aus der Multiplikation der Punktzahl einer Leistung mit dem gesetzlich festgelegten Punktwert von aktuell (0,0562421 Euro beziehungsweise 5,62421 Cent). In der GOZ ist der Punktwert als 11 Pfennig niedergeschrieben, wird jedoch in der Abrechnung umgerechnet als Euro-Wert dargestellt.

Der Steigerungsfaktor wiederum ist für Sie als Zahnarzt flexibel zwischen dem Mindestsatz 1 und dem Höchstsatz 3,5 je nach Einschätzung des Aufwands und des Schwierigkeitsgrads wählbar. Daher können die Honorare einer Behandlung bei unterschiedlichen Zahnärzten variieren.

Ein 2,3-facher Gebührensatz – also eine Multiplikation mit dem Steigerungsfaktor 2,3 – spiegelt das Niveau einer durchschnittlichen Leistung wider. In vielen Fällen entspricht es ebenso dem Honorar der gesetzlichen Krankenversicherungen nach dem Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen (BEMA).

Ein Überschreiten des Höchstsatzes 3,5 muss begründet werden und ist nur in Ausnahmefällen zulässig, wenn zum Beispiel ein besonders erhöhter Schwierigkeitsgrad oder Zeitaufwand eines

Analogprinzip

Ist die erbrachte Leistung weder in der GOZ noch in der GOÄ aufgeführt, erfolgt die Abrechnung der Leistung nach dem Analogprinzip. In diesem Fall werden Leistungen laut § 6 GOZ abgerechnet, die der erbrachten Leistung in Art, Kosten- und Zeitaufwand ähneln. Beispiele für nicht selbstständig aufgeführte Leistungen sind unter anderem die „Full-Mouth-Desinfektion“ oder Hypnoseanwendungen.

Zielleistungsprinzip

Nach § 4 Absatz 2 GOZ gilt für alle Zahnärzte das Zielleistungsprinzip. Demnach dürfen Sie nur Leistungen berechnen, die als zielführende Einzelleistung gelten. Leistungen die nach der GOZ Bestandteil einer Leistung sind und es demnach zu inhaltlichen Überschneidungen kommen würde, dürfen nicht separat berechnet werden. Sie berechnen dann die Leistung, die im Vordergrund steht. Eine doppelte Honorierung wird damit vermieden.

Abschlagszahlungen

Grundsätzlich sind nur Leistungen in der GOZ-Abrechnung zu berücksichtigen, die bereits vollständig erbracht sind. In Fällen, in denen über einen längeren Zeitraum viele Einzelleistungen erbracht werden, bietet sich für Sie daher die Vereinbarung von Teil- oder Abschlagszahlungen an. Dabei erhält Ihr Patient keine Abschluss-Rechnung, sondern begleicht Einzelleistungen mehrmals über den Behandlungszeitraum, zum Beispiel nach jeder Teilbehandlung der Gesamtbehandlung. Eine solche Vereinbarung muss vor Beginn der Behandlung in schriftlicher Form getroffen werden und ist beispielsweise bei kieferorthopädischen Behandlungen üblich.

Checkliste: Das muss in der GOZ-Abrechnung enthalten sein

Die Rechnungsstellung an den Patienten muss immer richtig nach den Vorgaben aus § 10 GOZ erfolgen, damit die Rechnung fällig ist. Wir zeigen Ihnen, was in Ihrer GOZ-Abrechnung enthalten sein muss.
  • Datum der Leistungsdurchführung. Wurde die Leistung über mehrere Tage durchgeführt, genügt das Aufführen des Tages, an dem die Leistung vollendet wurde.
  • GOZ-Ziffer und Gebührenposition. Eine kurze Beschreibung der Leistung muss angegeben werden.
  • Bezeichnung des Zahns. Hierzu gibt es keine konkreten Vorgaben in der GOZ, die Benennung muss jedoch verständlich gewählt sein z.B. durch ein Zahnschema oder durch eine Ziffer.
  • Gebührensatz und Steigerungsfaktor. Die Angaben sind für jede einzelne Leistung aufzulisten. Zu berücksichtigen ist dabei, dass ein angegebener Steigerungssatz nicht mehr korrigiert werden kann.
  • Begründungen für eine Überschreitung des 2,3-fachen Gebührensatzes. Eine Begründung, die pauschal für die gesamte Behandlung formuliert wird, ist nicht erlaubt.
  • Euro-Betrag für jede Leistung. Dieser setzt sich aus dem Gebührensatz und dem Steigerungsfaktor zusammen.
  • Zahntechnische Leistung. Hierbei ist die Anlage eines Kostennachweises notwendig, aus dem die Auslagen im Einzelnen hervorgehen.
  • Materialkosten. Hierbei wird die Materialbezeichnung mit der verbrauchten Menge aufgeführt. Die Angaben sind in Stück oder Gewicht in Verbindung mit dem tatsächlichen Preis zu machen. Auch Rabatte müssen berücksichtigt werden. Ein Nachweis in Form eines Belegs muss nicht erbracht werden.
  • Handelsübliche Bezeichnung der Dentallegierung. Zudem ist das Gewicht und der Tagespreis bei der Verarbeitung im Labor kenntlich zu machen. Berechnet werden hierbei die verbrauchten Mengen der Legierung, auch verlorene Mengen.
  • Analogbezeichnungen. Die Analogleistungen müssen mit einer nachvollziehbaren und verständlichen Beschreibung der tatsächlich durchgeführten Leistung, der Ziffer und Bezeichnung der gleichwertigen Leistung, sowie dem Zusatz „entsprechend“ gekennzeichnet sein.
  • Leistungen auf Wunsch des Patienten. Erbringen Sie Leistungen, die nicht als zahnmedizinisch notwendig erachtet werden, sind diese mit einem entsprechenden Hinweis zu versehen.
  • (Umsatzsteuer für gehandelte Produkte. Zahnärzte sind grundsätzlich von der Umsatzsteuerpflicht befreit. Die Umsatzsteuer muss auf einer zahnärztlichen Rechnung daher nur ausgewiesen werden, wenn Sie zusätzliche Produkte verkaufen, die somit als Handelsware abgerechnet werden und nicht als ärztliche Leistung.)

Abrechnung verschiedener Versicherungsgruppen mit der GOZ

Grundsätzlich werden alle privatversicherten Zahnarzt-Patienten in Deutschland mit der GOZ abgerechnet. Für gesetzlich-versicherte Patienten gilt hingegen der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM). In Sonderfällen kommt jedoch auch für diese Versichertengruppe die GOZ zum Tragen, weshalb in den meisten Praxen beide Regelwerke zur Abrechnung zum Einsatz kommen. Wir zeigen Ihnen den Einsatz der GOZ zur Abrechnung der verschiedenen Versicherungsgruppen im Folgenden genauer.

Abrechnung von Privatpatienten mit der GOZ

Die Abrechnung von Privatpatienten erfolgt grundsätzlich über die GOZ nach den vorgegebenen Bedingungen. Für privatversicherte Patienten im Basistarif gelten jedoch für Sie als Zahnarzt bei der Privatliquidation Sonderregelungen. Der Basistarif der Privatversicherung ist weitgehend mit den Leistungen einer gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar. Bei dieser Patientengruppe sind Sie auf einen Steigerungsfaktor von 2,0 limitiert, was unter dem durchschnittlichen Gebührensatz liegt. Setzt Sie ein Patient vor der Behandlung über seinen Versicherungsstatus in Kenntnis und Sie nehmen Ihn zur Behandlung an, sind Sie an den maximalen Gebührensatz gebunden. Ansonsten besteht für Sie keine Pflicht, diese Patientengruppe nach diesen Versicherungsbedingungen zu behandeln. Notfälle sind von dieser Regelung ausgenommen.

Abrechnung gesetzlich Versicherter mit der GOZ

Beanspruchen gesetzlich-versicherte Patienten zahnmedizinische Leistungen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung, zählen diese zur Regelversorgung und werden über den „Einheitlichen Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen“ (BEMA) abgerechnet. Dieser Maßstab listet auf, was die Krankenversicherungen ganz oder teilweise übernehmen und wird vom sogenannten Bewertungsausschuss, bestehend aus KZBV und Spitzenverband Bund der Krankenkassen bestimmt. Grundsätzlich deckt der BEMA alle medizinisch notwendigen Leistungen ab.

Alle Leistungen, die über die Regelversorgung hinaus, auf Wunsch des Patienten durchgeführt werden, müssen vom Patienten selbst übernommen werden. Diese Leistungen werden auch „andersartige Versorgung“ genannt und können u.a. aus Gründen der Ästhetik oder des Komforts beansprucht werden. Dazu zählen unter anderem Brücken, Suprakonstruktionen, eine Professionelle Zahnreinigung (PZR) oder ein Implantat-gestützter Zahnersatz. In diesem Fall wird eine Rechnung gemäß der GOZ ausgestellt, da diese Leistungen direkt über den Patienten und nicht über die Krankenkasse abgerechnet werden.

In vielen Fällen wird die Abrechnung auch gesplittet. Der Teil der Regelversorgung wird über den BEMA abgerechnet und die Wahlleistung über die GOZ. Bei einer Krone ist beispielsweise die Verblendung der Vorderseite in der Regelversorgung inkludiert. Wünscht der Patient eine Verblendung ebenfalls auf Seiten der Zunge, trägt er die Teilkosten dafür selbst und erhält eine nach GOZ ausgestellte Rechnung. Für solche Eigenanteile besteht für gesetzlich Versicherte Patienten die Möglichkeit einer privaten Krankenzusatzversicherung.

Unterstützung bei der GOZ Abrechnung

Die GOZ-Abrechnung ist sehr komplex und kann im Praxisalltag zu einer wirklichen Herausforderung werden. Dazu kommt der richtige Einsatz der Steigerungsfaktoren, um das Behandlungsgeschäft möglichst wirtschaftlich zu gestalten. Abrechnungsdienstleister können dabei für Sie eine große Unterstützung sein und helfen Ihnen dabei, Fehler in der Abrechnung zu vermeiden. Mit unserem kostenlosen Abrechnungsstellen-Vergleich helfen wir Ihnen als Zahnarzt die passende Abrechnungsstelle zu finden.

Häufige Fragen zur Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)

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